Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher
00:00:03: Herzlich Willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.
00:00:06: Mein Name ist Ralf Plents, ich bin der Autor und Sprecher.
00:00:09: Wir sind bei Folge thirty-two in dem Bereich für Vorlagebücher machen Teil dreihundert aus ein kleines Jubiläum.
00:00:17: Wer uns interessiert?
00:00:17: die ersten sixty zwei Folgen?
00:00:19: Die waren komplett meiner Roman Trilogie gewidmet Großstadt Oasen und da ging es damals um die achtziger Jahre in Hamburg.
00:00:32: Der Human hat natürlich viele fiktive Elemente, aber die Szene derer schrieben gestalteten Drucken und Lasern war hochspannend.
00:00:44: Also hören Sie gerne noch mal in die ersten Folgen hinein.
00:00:50: Jetzt sind wir bei dem Thema Bucherstellung.
00:00:53: Konzentrieren uns auf das, was Verlage machen und dann werden sie sagen naja gut dass interessiert nicht jeden der liest.
00:00:59: Nicht jeden normalen Menschen.
00:01:00: aber ein Einblick in die Verlagsbranche ist schon spannend insbesondere wenn man jemand kennt, der im Verlag arbeitet.
00:01:10: Mein Thema heute ist die Zusammenarbeit mit extern speziell mit externen Buchherstellern.
00:01:15: Ja da werden Sie sagen viele Verlage arbeiten ja mit externem Dienstleist an.
00:01:18: ja das stimmt.
00:01:19: Das sind natürlich Druckereien.
00:01:22: Verlage haben typischerweise keine eigenen Druckerei, das sind Grafiker, Illustratoren und natürlich auch alle Autoren.
00:01:29: In der heutigen Folge geht es darum wie Verlage mit externen im Bereich der Buchproduktion zusammenarbeiten – also den Buchhersteller.
00:01:38: Sie können sicher sein wir werden uns in diesem Themenbereich, also insgesamt wie Bücher hergestellt werden noch in späteren Folgen vertiefend widmen.
00:01:48: Heute nun der Spezialfall, dass ein Verlag einen externen Buchhersteller engagiert.
00:01:54: Das ist sehr selten denn die Bucherstellung gehört zu den Kernkompetenzen eines Verlags.
00:02:00: geht es doch darum sehr gute Bücher in möglichst kurzer Zeit möglichst professionell zur günstigen Herstellungspreise zu produzieren und dennoch eine höchstmögliche Qualität zu garantieren.
00:02:13: und dann denkt man ja das kann eigentlich nur der Verlag selbst nicht ganz Für diesen Arbeitsgang ist der Beruf des Buchherstellers in Verlagen seit vielen Jahrzehnten fest etabliert.
00:02:25: Manchmal heißt dieser Beruf auch Hersteller oder Produktioner, von der Ausbildung her hat er meistens entweder eine Ausbildung als Verlachskaufmann und viele Jahre Einarbeitung das komplexe Thema der Buchproduktion.
00:02:38: Im Idealfall ist ein Buchhersteller auch gleichzeitig ein gelernter Drucker oder zumindest Mediengestalter.
00:02:47: Was bringt einen Verlag nun dazu?
00:02:49: Einen externen Hersteller zu beauftragen, der also nicht fest im Verlag ist sondern nur stundenweise oder projektweise arbeitet.
00:02:57: Schauen wir mal auf die Qualifikation eines solchen externen.
00:03:01: Er sollte in der Regel eine Ausbildung wie gerade erwähnt als Drucker, als Reprograph, als Typograf Buchbinder und oder Mediengestalter haben.
00:03:11: früher hieß das Setzer.
00:03:13: Eine doppelte und dreifache Qualifikation ist nahezu zwingend erforderlich, ebenso eine Verhandlungssicherheit die Eigenschaft perfekte Kalkulationen zusammenzustellen.
00:03:26: Wenn man als Verlag einen externen Buchhersteller engagiert, wählt man gelegentlich ein bisher fest angestellten Mitarbeiter der sich beispielsweise aus gesundheitlichen oder familiären Gründen verändern will, oder weil er in eine andere Stadt zieht und nicht mehr täglich in den Verlag kommen kann.
00:03:44: Oder wer in seiner Arbeit für diesen kleinen- oder mittleren Verlag nicht ausgelastet war, sich selbstständig macht und neben dem ehemaligen Verlag auch andere Verlage versorgen möchte?
00:03:56: Was sind die idealen Voraussetzungen für einen externen Buchersteller?
00:04:00: Der Verlag muss zu ihm ein sehr gutes Vertrauen aufbauen können.
00:04:07: Er muss sich auch dessen fachlicher Mehrfachqualifikation, über die wir so eben gesprochen haben, muss sich darauf verlassen können.
00:04:15: Weiterhin muss er sehr gut kommunizieren können und das über Telefon-, Video- und eine Produktion im Remoteverfahren muss er natürlich beherrschen können.
00:04:25: Weiterein soll er sehr gute Kontakte zu dieser und anderen Branchen oder Kollegen haben, soll sehr zuverlässig sein da viele Druckereien aus dem Ausland beauftragt werden, Verhandlung sicher zumindest in Englisch aber vielleicht auch in Französisch und Italienisch sein.
00:04:43: Der externe Hersteller sollte idealerweise auch regelmäßig Fachmessen besuchen und Kontakte zu möglichst zwei bis vier Druckerein im europäischen Bereich haben – und im besten Fall diese Betriebe auch von innen kennen!
00:04:57: Die Vorteile, die man hat wenn man einen externen Hersteller beschäftigt er ist nur zeitweise für den Verlag tätig und man bezahlt nur den tatsächlichen Aufwand.
00:05:07: Man engagiert ihn nur bei Bedarf also nur wenige Wochen im Jahr und beschäftigt ihn nicht exklusiv sondern auf frei beruflicher Basis.
00:05:17: Als Hauptvorteil ist sicherlich zu erwähnen dass man einen externe Buchhersteller nur in Spitzenzeiten dazu zieht von fest angestellten Herstellern machen lässt.
00:05:30: Ob der Verlag seine Ziele ausschließlich mit einem externen Hersteller erreichen kann oder nicht hängt von dem Verlag Strategie ab.
00:05:38: Ich plädiere dafür, dass die herstellerische Kompetenz immer im Verlag vorhanden sein muss auch wenn sie in Teilen zusätzlich ausgelagert wird.
00:05:48: Kommen wir mal zu den Nachteilen.
00:05:50: Der Stundensatz eines externe Herstellers ist relativ hoch.
00:05:54: Er muss sich beispielsweise selbst versichern fürs Alter vorsorgen und er hat hohe Reisekosten.
00:06:00: Der externe Hersteller befindet sich nicht vor Ort, man hat also längere Kommunikationswege und es möglicherweise für einige Tage im Jahr auch nicht ganz so gut erreichbar wenn er beispielsweise auf Reisen ist.
00:06:13: was kostet nun ein externer Hersteler?
00:06:15: wird das auf Stundenbasis gemacht?
00:06:17: eigentlich sehr selten.
00:06:19: nach meinem Wissen meiner Erfahrung ist die finanzielle Aufwendung für den externen Hersteller bei etwa fünf bis sechs Prozent des netto Umsatzes, denen man mit den Druckereien und Buchbindereien hat.
00:06:30: Wickelt er beispielsweise eine Jahresproduktion im Umfang von rund einhunderttausend Euro für diesen kleineren Verlag ab, erhält er einen Honorar von circa fünf bis sechstausend Euro?
00:06:42: Was sind die Hauptaufgaben?
00:06:44: Neben dem Einkauf von Satz, Layout, Korrektur oder technischen Prüfungen Der PDF-Datein, bevor Sie in die Druckerei gehen sind natürlich die Vergabe der PDF-Berlichtung und der Druck als Hauptaufgabe zu nennen sowie die Buchbinderarbeiten.
00:07:01: Also genauer!
00:07:02: Die Vergabe und Überwachung all dieser Aufgaben.
00:07:05: Aus Kostengründen werden die Buchbinnerarbeiten manchmal ausgelagert müssen somit separat angefragt werden.
00:07:13: was relativ ungewöhnlich aber sehr sinnvoll für einen externen Hersteller ist ist das er den Papiereinkauf auch langfristig für das nächste und übernächste Jahr plant.
00:07:25: Das ist eine sehr sinnvolle Maßnahme, geht es doch um Ersparnis in diesem Bereich von zehn bis über dreißig Prozent bei genau diesem Material-Einkauf.
00:07:34: Insbesondere dann wenn der für mehrere Verlage gleichzeitig arbeitet... Ach ja Doktor kommen wir gleich noch!
00:07:41: Relativ selten vergeben ein externer Hersteller Illustrations Aufgaben Denn diese sind überwiegend zwischen Lektorat und manchmal auch dem Marketing angesiedelt.
00:07:51: Ein externer Hersteller kann auch weiterhin Printaufträge vergeben, so kann er beispielsweise die Vorschauproduktion übernehmen – muss das aber nicht!
00:08:00: Das Ziel eines externen Herstellers ist es eine ideale Terminplanung und Koordination und Überwachung aller Arbeiten vorzunehmen und eine optimale Kalkulation aufzustellen, die natürlich vom Verlag abgesignet werden muss.
00:08:14: Das heißt, er muss den niedrigstmöglichen Preis bei bestmöglicher Qualität für den auftraggebenden Verlag erzielen.
00:08:23: Würden wir uns anschauen was der externe Hersteller gegenüber einem internen Hersteler an Vorteilen hat so fallen drei Punkte ins Auge.
00:08:31: erstens hat er sehr viel mehr Fachwissen, da er vielleicht eine Mehrfachqualifikation auch durch Fortbildung besitzt.
00:08:38: Zweitens, er hat mehr Außenkontakte, was sich positiv auf die Auftragsvergabe und Kalkulationen auswirken kann – denn er hat einen größeren Auswahl!
00:08:48: Und drittens bündelt er nicht nur aus diesem Verlag sondern aus anderen Verlagen seine Aufträge.
00:08:55: Ein konkretes Beispiel Nehmen wir wieder den Verlag, der etwa fünf bis zehn Titel im Jahr produziert mit einem Druckvolumen von ca.
00:09:02: hunderttausend Euro.
00:09:03: Daneben vertritt dieser Externe einen zweiten dritten und vierten Verlag so dass er in der Summe ein Papierdruck- und Buchbindervolumen vielleicht von fünfhundert bis achthunderttausehen Euro vertritt.
00:09:14: Dieses Volumen wird möglichst bei einer einzigen Druckerei und Buchbilderei abgewickelt sodass er mit dieser Firma sehr gut Neben hervorragenden Preisen, ein zusätzlichen Jahresbonus in Höhe von drei bis fünf Prozent der Gesamtsumme bei ohnehin schon günstigen Marktpreisen aushandeln kann.
00:09:32: Denn er ist ein äußerst interessanter Kunde für diese Druckerei.
00:09:37: Die anteiligen Ersparnisse auf das eigentliche Auftragsvolumen von Hunderttausend bei diesem kleineren Verlag betragen also etwa richtig ausgerechnet drei bis fünftausend Euro.
00:09:47: Damit hat er sein Honorar nahezu selbst finanziert!
00:09:51: Denn den verhandelten Jahresbondes gibt er selbstverständlich an den Auftrag gegebenen Verlag weiter.
00:09:57: Er ist ja nur der Vermittler.
00:09:59: Bündelung ist also das Geheimnis.
00:10:02: Nun zu den Einschränkungen Ein externer Hersteller sollte mit maximal zwei bis drei Druckereien in sehr enger und gut schriftlich fixierte Art und Weise zusammenarbeiten, beispielsweise in Lettland-, Polen-, Tschechien- und anderen Ländern Denn das Produzieren von Büchern in Deutschland ist im Verhältnis in den letzten Jahren um etliche Prozent teurer als dort.
00:10:26: Der externe Hersteller darf keine zusätzlichen Provisionen erhalten, da dieses das Vertrauensverhältnis zum Auftrag gebenen Verlag beeinträchtigen würde und als eine Art Insiderhandel gesehen werden würde.
00:10:38: Er muss langjährige Kontakte pflegen – auch wenn die sich nicht unbedingt sofort auszahlen!
00:10:44: Er braucht immer einen Ersatz, falls eine Buchbinderei oder Druckerei einmal ausfallen sollte.
00:10:50: Auch einen Erschatz für seine eigene Person – das kann ja vorkommen!
00:10:55: Wo finden wir solche Hersteller?
00:10:57: Man kann in der räumlichen Nähe von ca.
00:10:59: fünfzig bis hundert Kilometern schauen ob man auf Tagungen und Fortbildungen sehr erfahrene Herstelle findet die neben ihrer Ausbildung als Mediengestalter andere Zusatzqualifikationen haben.
00:11:13: bisherigen Druckereien auch nachfragen, ob diese mit einigen externen Herstellern zusammenarbeiten die Freiberuflichaufträge für ihren Verlag übernehmen könnten.
00:11:24: Man muss herausfinden, ob sie noch freie Kapazitäten haben und dennoch weiß ich dass nach meiner Erfahrung wir in Deutschland nur circa zwanzig bis fünfzig solche frei beruflichen Hersteller haben, die für Verlage hochprofessionell arbeiten.
00:11:40: Man muss sich also darauf einstellen, relativ lange zu suchen.
00:11:43: Sich vielleicht auch auf Empfehlungen von Druckereien oder anderen Kollegen verlassen und man muss damit rechnen dass in den ersten ein bis drei Jahren sehr viele Prozesse genau abgestimmt werden müssen mit dem Ziel langfristig und nachhaltig preiswerter und besser zu produzieren und immer Ausweichmöglichkeiten für Papiereinkauf, Druck- und Buchbinderarbeiten zu haben weil dieser externe Hersteller genau das immer in der Hinterhand haben wird.
00:12:14: Einige Verlage – und ich kenne Schüren auf solcher externen Herstelle – wobei man den Aufwand nicht unterschätzen darf ein solchen einzuarbeiten.
00:12:24: Die wirkliche Preisvorteile und Ersparnisse an Nerven und Abstimmungsaufwand werden sich nach spätestens zwei bis drei Jahren zeigen als Basis für eine langjährige gute Zusammenarbeit.
00:12:35: Geht ein Externer Hersteller in den Ruhestand, hat er mit Sicherheit einen bis drei Kollegen die er einarbeiten kann, die über ähnliche Qualifikation verfügen wie er selbst.
00:12:46: Im besten Fall ist ein externer Herrsteller nicht nur aus Kosten gründen – eine Win-win Situation!
00:12:54: Denn der Verlag profitiert auch von gestiegenen Standards, optimaler Kommunikation und einer Entlastung auf allen Stufen.
00:13:02: Denn der Workflow mit einem externen Hersteller ändert sich im besten Fall nur positiv, da er von einem Profi initiiert wird.
00:13:12: Es spricht nichts dagegen, dauerhaft im Verlag ein bis zwei sehr gute Buchhersteller zu haben?
00:13:17: Man muss jedoch anerkennen dass andere Externe besser, zuverlässiger schneller und in der Kalkulation günstiger sind oder sein können obwohl sie einen relativ hohen Stundensatz haben – das sind meine Erfahrungswerte!
00:13:31: Ja, wenn Sie Verlage kennen die so arbeiten oder ähnlich arbeiten oder Fragen haben schreiben sie es in den Kommentaren oder schreiben eine E-Mail.
00:13:38: Ich freue mich sehr darauf!
00:13:40: Vielen Dank für die Konzentration und das Zuhören heute.
00:13:44: Ich wünsche Ihnen alles Gute.
00:13:44: kommen Sie gut durch diese Woche.
00:13:46: nächste Woche gibt's die Folge.
00:13:47: dreihundertdreiundsechzig wir verlage Bücher machen Teil dreihunderteins Und wir widmen uns wieder einem Beratungsthema aus dem Verlagsbereich.
00:13:55: auf Wiederhören Ralf Plänz aus Hamburg Grüß Sie herzlich.