Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher
00:00:01: Herzlich Willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.
00:00:04: Mein Name ist Ralf Plenz aus Hamburg, ich bin der Autor und Sprecher.
00:00:08: uns heutiges Thema die Auslieferung Und ja in loser Folge beschäftige ich mich mit Themen rund ums Buch und in dieser und weiteren Folgen mit dem Thema Unternehmensberatungen für Verlage.
00:00:20: das sind Aspekte die den gewöhnlichen Leser vielleicht nicht ganz so interessieren aber Bücher machen ist ein sehr komplexes Handwerk und der Einblick darin ist für manchen Leser sicherlich ganz spannend.
00:00:32: Für Profis im Verlag sowieso, das heißt empfehlen sie diesen Podcast gerne auch an die weiter, die im Verlagen oder für Verlage arbeiten.
00:00:41: Und als Berater habe ich überwiegend für Verlager gearbeitet aber auch für Agenturen Manchmal auch für Privatpersonen.
00:00:49: Und obwohl es nicht zu meiner Kernkompetenz gehört, vertriebliche und Auslieferungsthemen in der Tiefe zu bearbeiten sind sie jedoch besonders bei Beratung mit kleinen und kleinsten Verlagen die sich mit mir unterhalten haben, die mich gebucht haben zur Sprache gekommen.
00:01:04: Unser heutiges Thema ist die Auslie.
00:01:06: ferum Ja warum?
00:01:07: Die Unterscheidungen zwischen Klein- und Kleinstverlage?
00:01:10: nun ja größere Verlage haben meist eine externe Firma Das ist meistens eine Tochterfirma, die zu hundert Prozent dem Verlag gehört.
00:01:20: Ihr gehört das Gelände auf der die Lagerhallen in einem Industriegebiet stehen.
00:01:24: Sie haben fest angestelltes Personal und alle notwendigen technischen Einrichtungen wie Hochregal, Gabelstapler usw.
00:01:33: Das ist alles vorhanden und die Firma muss natürlich kostendeckend arbeiten.
00:01:39: Solche externen Tochter Firmen – wie beispielsweise RoVolt und die Holzbringgruppe haben, da kommen wir später zu.
00:01:46: Die berechnenden der Mutterkonzernen kosten von etwa zehn bis zwölf Prozent des Netto-Umsatzes.
00:01:53: Ich habe jedoch gerüchteweise auch davon gehört dass im besten Fall die Kosten nur bei sieben bis acht Prozent liegen je nach Organisationsgrad Lage und technische Ausstattung.
00:02:02: Wir haben also eine relativ große Spannbreite wie das sein kann wenn es eine große professionelle Auslieferung ist die dem Verlag selbst gehört.
00:02:11: Um die Unterscheidung weiter zu differenzieren, widmen wir uns jetzt den mittleren und kleineren Verlagen.
00:02:16: Sie liefern meistens selbst aus und können daher die Kosten der Ausleitung der Bücher inklusive Rechnungsstellung in Kassau, Mahnung, Remission, Packmaterial
00:02:25: usw.,
00:02:26: teilweise gar nicht so genau beziffern – außer sie haben sehr exakte Kostenstellen!
00:02:31: Der Vorteil wenn ein Verlag selbst ausliefert ist er hat einen sehr guten Überblick.
00:02:36: Es gibt keinerlei Entfremdung zwischen der inhaltlichen und handwerklichen Arbeit.
00:02:41: Das heißt, der Lector sieht dann auch komisch wieder zehn paletten Bücher die ich angerichtet habe.
00:02:46: Denn jeder Mitarbeiter aus der einen oder anderen Abteilung kann auch das Lager mal besuchen vielleicht dort auch mal ein Tag Probe arbeiten und freundschaftlich mit den Kollegen umgehen und man hat immer einen sehr guten Überblick.
00:02:59: bei Problemen kann man schnell und effizient gegensteuern wenn man selber ausliefert.
00:03:05: Wird das Lager zu klein, würde man einige Paletten mit größeren Beständen in ein externes Industrielager auslagern.
00:03:12: Dazu jedoch später mehr.
00:03:13: also man muss nicht zwingenderweise umziehen.
00:03:16: Oft haben aber gerade mittlere Verlage eine externe Auslieferung.
00:03:21: Das sind beispielsweise Firmen wie Brockhaus, Runge VVA die Werkstattverlagsauslieferungen.
00:03:29: sehr bekannt ist natürlich Zeitfracht und HGV.
00:03:33: Je nach Vertrag und Größe des Verlages berechnen diese Firmen einen mittleren Verlag zwölf bis siebzehn Prozent des netto Umsatzes an Auslieferungskosten.
00:03:43: Es gibt jedoch auch Fälle von zwanzig Prozent und mehr, was die Marge des Verlagens dann nahezu auffrisst oder den Verlag ins Minus – und im schlimmsten Fall in den Konkurs treibt.
00:03:54: Der Vorteil einer externen Verlageauslieferungen ist ja man hat eigentlich keine Abwicklung im Haus die Rechnungsschreibungen, das in Kassau, das Mahnwesen und ähnliches mehr.
00:04:06: Die Auslieferung ist für Personalschwankungen und Saisonschwankungen innerhalb des Jahres unempfindlich da sie auch für andere Branchen ausliefert oder aber Saisonkräfte einstellt.
00:04:18: Und Sie wissen alle in den letzten zwei drei Monaten vor Weihnachten ist die Hölle los beim Bücherausliefern.
00:04:23: Weiterhin kann eine externe Ausliefung durch diese Maßnahmen wie zum Beispiel Saisonkräfte, gut jahreszeitliche Schwankungen ausgleichen.
00:04:32: Der weitere Vorteil für den Verlag hat wöchentliche oder monatliche Zahlungseingänge und die Kapazitäten sind skalierbar – das heißt verkleinerbar und vergrößerbar!
00:04:42: Denn als externer Firma hält man einen Kunden und baut lieber eine neue Lagerhalle oder ermietet lieber weitere Lagerhellen dazu.
00:04:51: Eine externe Auslieferung kann weiterhin mit einem Personalbestand so arbeiten und auch die Sozialversicherung und Buchhaltung für diese Mitarbeiter übernehmen, dass der Verlag davon ja gar nichts merkt.
00:05:02: Keinerlei Aufwand hat!
00:05:04: Einige sehr große Auslieferungen bieten zusätzlich in Haus die Möglichkeit des Digitaldrucks für kleinste Auflagen inklusive Buchbindertätigkeiten an.
00:05:15: Das ist der Trend der letzten fünf Jahre.
00:05:17: Diesem Thema werden wir uns in einem separaten Podcast sicherlich später noch mal vertiefend widmen.
00:05:23: All diese Tätigkeiten Das führt ihm zu Kosten von wie gesagt bis zu zwanzig Prozent und mehr vom nette Umsatz.
00:05:31: Und das frisst fast alles auf, was der Verlag erwirtschaftet.
00:05:35: Die Nachteile einer externen Auslieferung sind natürlich im Wie dreimal schon erwähnt die relativ hohen Kosten, die auch in Monaten mit sehr wenig Umsatz anfallen Denn es werden ja Palettenplätze und Grundgebühren berechnet Auch wenn kaum ein Paket verschickt wird.
00:05:51: Zweite Nachteil ist die Entfremdung.
00:05:53: Das heißt, Verlagsmitarbeiter sehen gar nicht in die Anzahl der Paletten und die Menge der Bücher, die als langsam verkäuflich gelten.
00:06:03: Weitere Nachteile ist das Reporting was natürlich wöchentlich oder monatlich erstellt wird.
00:06:07: es ist ein abstraktes Konstrukt egal ob es ausgedruckt wird auf Papier oder eine Datenbank ist Es sind Zahlen auf dem Bildschirm oder auf dem Papier.
00:06:21: Der nächste Nachteil würde man kündigen, müsste einen sehr aufwändigen Transport von hunderten Paletten organisieren und das ganze Neuerangemorgung in der neuen Auslieferung in Kauf nehmen mit Softwarewechseln und allen möglichen Dingen.
00:06:35: Mit sicherlich Anlaufschwierigkeiten unter problematischen Phase des Übergangs.
00:06:40: Das habe ich häufig in meinen Beratungen gehört und erlebt.
00:06:43: Neben den Kosten ist eine der häufigsten Nachteile die Frage der Reklamation.
00:06:48: Wenn also Dinge schief gelaufen sind, wenn es zu Spannungen führt dann hat der Verlag auf all diese Dinge keinen Einfluss.
00:06:56: Hier ist natürlich die Frage liegt die Reklamationsquote bei einem Prozent oder möglicherweise bei über fünf oder zehn Prozent?
00:07:04: Ja im Weihnachtsgeschäft steigt die Rekslamationsquote sicherlich aber das ist bekannt.
00:07:10: In der Summe halten sich Vor- und Nachteile in etwa die Waage.
00:07:15: Ich will zwei Beispiele nennen.
00:07:17: Ein kleiner Jugendbuchverlag hat, wenn er genau alles nachrechnet – und das war meine Aufgabe als Unternehmensberater.
00:07:23: Pro Buch ein Verlust von zwei Euro dadurch verursacht, dass er eine externe Auslieferung beauftragt hatte.
00:07:30: Der Service war natürlich toll aber teuer!
00:07:32: Die Verlegerin konnte sich zwar ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren und hatte sehr geringe Kosten für die Verlagsräume.
00:07:39: Aber die rund zwanzig Prozent die diese Auslieferung mit den Büchern und weiteren Dienstleistungs-Elementen bezahlte, war einfach zu hoch.
00:07:48: Nach rund vier Jahren musste dieser Verlag seine Tätigkeit einstellen – ein zweites Beispiel!
00:07:54: Ein mittelständischer Verlag hat durch die Erbschaft der Verlegerfamilie ein sehr großes Lager in der Innenstadt mit Hochregalen zur Verfügung, die ihm monatlich nahezu keinen Unterhalt kosten weil sie im Eigentum der Inhaber Familie sind.
00:08:10: Hierdurch haben sie lediglich Personalkosten sowie Versicherungs- und Heizkosten.
00:08:15: Es ist ein Idealfall, der nur selten erreicht wird.
00:08:19: Steht man am Scheideweg eines Verlages – weil ein Umzug notwendig ist oder die Kosten der Auslieferung definitiv nicht mehr zu den eigenen Bedürfnissen passen, also Auslieffungskosten zu hoch sind, holt man sich Konkurrenzangebote ein.
00:08:32: Hierbei sollte man berücksichtigen das Nicht jedes Industrielager für Bücher und deren Kommissionierung deren Versand und deren fachgerechte Einlagerung geeignet ist.
00:08:43: Ideal ist es, wenn man ein Angebot wählt wo man eine gewisse räumliche Nähe zum Verlag hat also der Einzugsbereich bei etwa zwanzig bis hundert Kilometern liegt.
00:08:54: Man also einen gewissen Einblick in die Tätigkeiten der Auslieferungen hat indem man diese Auslieffungen gelegentlich besucht und dass sie eben überwiegend mit Büchern ihr Geschäft machen.
00:09:03: Die strategische Frage möchte man sich ganz aufs Verlegen konzentrieren oder lieber ganz seitlich arbeiten, bedingt zwei verschiedene Ergebnisse.
00:09:11: Im ersten Fall wählt man eine externe Auslieferung.
00:09:14: Im zweiten Fall – wenn man halt ganz eitlich arbeiten will und immer einen Überblick haben will – liefert man seine Bücher selbst aus!
00:09:22: Naja es gibt ein goldene Mittelweg.
00:09:24: Man wählt ein preiswertes externes Lager so dass der Quadratmeterpreis sehr günstig ist Ein Handlager, sodass die Auslieferung und Rechnung schreiben inklusive in Kasse usw.
00:09:36: im Verlag geschieht aber nicht relativ teue Lagerkosten innerhalb der eigenen Stadt hat.
00:09:42: Schaue ich mir insgesamt die Branche an habe ich leider keine Zahl wie viele Verlage selbst ausliefern und wie viele zu einer externen Auslegung gehen.
00:09:51: Nehme ich aber die Summe der bereits erwähnten Firmen wie Zeitfracht VVA und ähnliche schätze ich dass diese in etwa rund ein Tausend Verlage repräsentieren und ausliefern, während wir rund tausend bis zweitausend mittler- und kleinere Verlage haben die ihre Bücher selbst ausliefern.
00:10:11: Im Podcast der nächsten Woche werde ich mich mit den Lagerkosten und Lagerrisiken beschäftigen.
00:10:16: Ja, ich weiß dass dieses Thema Ausliefung lediglich Verlagsgründe und Profis in Verlagen interessiert – als einfacher Autor oder Leser hat man mit diesem Thema nahezu keine Berührungspunkte!
00:10:28: Allerdings ist es sehr hilfreich diese Problematik zu kennen.
00:10:32: Insbesondere wenn es um das nächste Thema der Lagerkosten, der Lage und der lager Risiken geht Denn Bücher hat ja jeder On-Lagern muss man sie auch.
00:10:45: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:10:46: für ihre Geduld empfehlen Sie diesen Podcast gerne weiter.
00:10:50: Nächste Woche gibt's die Folge dreihundertsechzig im Bereich wieverlage Bücher machen Teil.
00:10:54: zweihundert neunneunzig aus Hamburg.
00:10:56: grüßt sich ganz herzlich Ralph Plants.
00:10:59: Ja, du schaumacher.