Der Büchermacher

Der Büchermacher

Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher

Transkript

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00:00:02: Herzlich willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.

00:00:04: Mein Name ist Ralf Plenz, ich bin nur derjenige, der die Ansage macht.

00:00:07: wir sind bei Folge dreieinhalbundfünfzig im Bereich wieverlage Bücher machen Teil zweieinundertneunzig Im Studio Maren Schönfeldt, die das folgende Buch bearbeitet hat.

00:00:17: Wir sind bei folge drei von vier Frau Sorge von Hermann Suderman und Maren.

00:00:23: Der Platz am Mikrofon ist jetzt gleich deiner.

00:00:27: Die letzte Folge war schon so spannend Ich weiß gar nicht, wie ich das ausgehalten habe, so lange zu warten.

00:00:32: Dass es dann

00:00:32: weitergeht.".

00:00:34: Ja Ralf!

00:00:35: Hallo!

00:00:36: Schön dass wir wieder hier sind in deinem Studio.

00:00:39: Wir hatten in der ersten Folge der Lesung aus dem Buch Frau Sorge von Hermann Sudermann Den Beginn des Lebens unseres Helden Paul miterlebt und auch Wie seine Mutter mit den neuen Herren des Guts Hellenental Freundschaftsschluss.

00:01:01: Nun sind wir in Pauls Jugend.

00:01:04: Es ist die Zeit der Konfirmation.

00:01:07: Helene von Helenenthal hat zwischenzeitlich ein Mädchen zur Welt gebracht, das wie sie ihm in dem Pakt mit Paulsmutter entschieden hatte nun Elspeth heißt nach Paulsmutter.

00:01:23: diese beiden jungen Menschen Begegnen sich immer mal sind sich selten begegnet in der Kindheit, haben aber nun ein gemeinsamen Konferentenunterricht.

00:01:34: Und es ergibt sich an einem Tag, dass die beiden zusammen nach Hause

00:01:38: gehen.".

00:01:40: Es war ein sonniger Juni-Vormittag.

00:01:44: Der weiße Sand des Weges flimmerte Rings herum blühten goldgelbe Katzenpfötchen und das Wiesenfrauenhaar wehte im warmen Wind.

00:01:56: Vom Dorf her tönte die Mittagsglocke.

00:01:59: Kein Mensch war weit und breit zu sehen, Die Heide schien wie ausgestorben!

00:02:05: Ellsbett trug einen breiten Stroh zum Schutz gegen die Sonnenstrahlen.

00:02:10: Den nahm sie jetzt ab Und schlänkerte ihn am Gummiband hin und her.

00:02:14: Es wird dir zu heiß werden, sagte er.

00:02:17: Aber da sie ihn ein wenig auslachte Riss'er auch seine Mütze vom Kopf Und warf sie hoch in die Luft.

00:02:23: Tu bist ja ein lustiger Bursche sagte sie beifällig nickend.

00:02:28: Er schüttelte den Kopf und seine Stirn zog sich wieder in die ernsten Falten, die ihn stets alt erscheinen ließen.

00:02:36: Ach nein!

00:02:36: sagte er.

00:02:37: lustig bin ich nicht.

00:02:40: Warum nicht?

00:02:41: fragte sie.

00:02:43: Ich habe immer an so viele Leid zu denken, er widerte er.

00:02:47: Und wenn ich mal recht froh sein will kommt mir sicher was in die Quere.

00:02:52: Woran hast du dann immer zu denken?

00:02:54: fragt sie.

00:02:56: Er sannen eine Weile nach, aber es fiel ihm gerade nichts ein.

00:03:00: Ach!

00:03:01: Es ist ja alles dumm Zeug", sagte er.

00:03:04: Kluge Gedanken kommen mir überhaupt

00:03:06: nicht.".

00:03:07: Und dann erzählte er ihr von den Brüdern, von dicken Büchern die mit Zahlen vollgeschrieben ständen – den Namen habe ich vergessen und welche sie schon auswendig gekonnt hätten als sie so alt gewesen wären wie er selber.

00:03:24: Warum lernst du das nicht auch wenn es dir vergnügen macht?

00:03:27: fragte sie.

00:03:28: Es macht mir aber kein Vergnügen, erwiderte er.

00:03:32: Ich habe einen so schweren Kopf!

00:03:35: Aber irgendetwas wirst du doch können, fragte sich weiter?

00:03:38: – Ich kann rein gar nichts, er widerte er traurig.

00:03:42: Ich sei dumm, sagt der Vater.

00:03:45: Du, darauf musst du nix geben, tröstete sie ihn.

00:03:48: Mein Fräulein Ratmeier hat auch immer alle Hand an mich auszusetzen.

00:03:52: Aber ich pahre ich!

00:03:54: Sie schwieg und riss eine Sauer am Verstauder aus an der sie kaute.

00:03:59: Hat dein Vater noch immer so blitzende Augen, fragte er.

00:04:03: Sie nickte und ihr Antlitz verklärte sich.

00:04:07: Du hast ihn wohl sehr lieb, dein Vater?

00:04:10: Sie sah ihn erstaunt an als ob sie seine Frage nicht verstünde, dann meinte sie, oh ja!

00:04:15: – sie hätte ihn sehr liebt.

00:04:18: Und er dich auch?

00:04:19: Und ob?

00:04:21: Er pflückte sich nun gleichfalls einen Sauer am Verstängel.

00:04:27: Warum säufst du denn?

00:04:28: fragte sie.

00:04:30: Es käme ihm zufällig, was in den Sinn meinte er?

00:04:33: und dann fragte er lachend ob ihr Vater sie noch manchmal auf den Schoß nehme wie damals als er im weißen Haus gewesen.

00:04:41: Sie lachte mit und meinte – sie wäre ja schon ein großes Mädchen und der soll nicht so dumm fragen.

00:04:46: aber hinterher kam es heraus dass sie doch noch auf das Vaters Schoßeße freilich nicht mehr.

00:04:52: Rittlings fügte sie lachent hinzu.

00:04:55: »Ja, das war ein schöner Tag« sagte er.

00:04:58: Und ich sah es auf seinem anderen Knie – wie klein müssen wir damals gewesen sein?

00:05:03: «Und dumm waren wir!

00:05:04: Das Gott erbarm!« erwiderte sie.

00:05:07: »Wenn ich noch dran denke, wie du pfeifen wolltest und nicht konntest!«.

00:05:11: »Hast Du das behalten?« fragte er und seinen Auge leuchtete auf im Bewusstsein seiner jetzigen Kunst.

00:05:19: Natürlich, sagte sie Und als du fortgängst, kamst du noch mal zurückgelaufen.

00:05:24: und weißt du noch?

00:05:26: Er wusste es genau.

00:05:28: Heute wirst du wohl pfeifen können, lachte sie.

00:05:31: In unserem Alter ist das keine Heldentat mehr – kann ich es doch sogar!

00:05:36: Und sie spitzte die Lippen in sehr drolliger Weise.

00:05:40: Ihm tat es weh, dass sie von seiner Kunst so gering schätzig sprach und er dachte darüber nach ob er das Pfeifen fortan nicht lieber ganz unterlassen

00:05:49: sollte.".

00:05:51: Warum bist du so schweigsam, fragte sie.

00:05:54: Bist du auch müde?

00:05:56: Ach nein!

00:05:57: Aber du

00:05:58: was?!

00:05:59: Ja der Fußweg in Sand und Mittagssitze habe sie angestrengt.

00:06:04: So kommt zu uns ins Haus und ruht dich aus rief er leuchtenden Auges denn er gedachte der Freude welche die Mutter bei ihrem Anblick empfinden würde aber sie dankte.

00:06:17: Dein Vater ist nicht gut zu sprechen.

00:06:19: auf uns hat Mama gesagt und darum dürfte ihr auch nicht nach Lähnental zu Besuch kommen.

00:06:25: Dein Vater würde mich vielleicht vom Hof

00:06:28: weisen.".

00:06:30: Er erwiderte Hochrot, das wurde der Vater wohl nicht – und erschämte sich sehr!

00:06:38: Sie war auf einen Blick zum Heidehof, der kaum dreihundert Schritt abseits vom Weg gelegen war.

00:06:44: Der rote Zaun leuchtete im Sonnenglanz und selbst die grauen verfallenen Scheunen schaute freundlicher Dreien als sonst.

00:06:53: Es ist ganz hübsch bei euch, sagte sie die linke Hand wie einen Schirm über die Augen liegend.

00:06:59: Oh ja!

00:07:00: erwiderte er das Herz von Stolz geschwellt und an ihm einen schönen Tor ist eine Eule angennagelt Aber es soll noch viel viel hübscher bei uns werden fügte er nach einer kleinen Weile ernsthaft hinzu.

00:07:15: Lass mich nur erst ans Regiment kommen Und dann begann er ihr seine Zukunftspläne auseinanderzusetzen.

00:07:23: Sie hörte ihm aufmerksam zu, aber als er geendet hatte, sagte sie noch einmal – Ich bin müde.

00:07:30: Muss mich ausruhen!

00:07:32: Und sie machte Mine sich auf dem Grabenrande niederzusetzen.

00:07:37: Nicht hier in der Sonnenhitze warnte er, Kommen wir suchen uns den ersten besten Wacholderstrauch.

00:07:44: Sie reichte ihm die Hand und ließ sich müde von ihm über den Heiderasen ziehen, Der von Mauerwurfs Hügeln geschwellt war wie ein Wellenschlagen der See und der gegen den Waldesrand hin für einzelte Wacholderbüsche trug, welche wie eine Schar schwarzer Gnome aus der ebenen Fläche emporrakten.

00:08:05: Unter dem Ersten dieser Gebüsche hockten sie sich nieder so dass dessen Schatten ihre zarte, schmale Gestalt fast umhüllte.

00:08:15: Hier ist gerade noch Platz für deinen Kopf, sagte sie auf einen Mauerwurfshögel weisend, der sich noch im Bereich des Schattens

00:08:22: befand.".

00:08:24: Er streckte sich der Länge nach auf dem Rasen hin, den Kopf auf den Maulwurfshügel gebetet die Stirn vom Saum ihres Kleides bedeckt.

00:08:34: Sie lehnte sich müde in das Dickicht des Busches zurück um in dessen Geäst eine Stütze zu finden.

00:08:41: Die Nadeln stechen gar nicht sagte sie dann – sie meintens gut mit uns!

00:08:46: Ich glaube wir könnten auch durch Dornröschens Hecke

00:08:50: gehen.".

00:08:51: »Du, nicht ich« erwiderte er.

00:08:53: Die Augen im Liegen zu ihr aufschlagend.

00:08:56: Mich hat noch jeder Dorn gestochen!

00:08:58: Ich bin kein Märchenprinz.

00:09:00: Nicht einmal ein lumpiger Hans.

00:09:02: im Glück bin ich.

00:09:04: »Wird alles noch kommen?

00:09:05: tröstete sie.

00:09:07: Du musst nicht immer so traurige Gedanken haben.

00:09:11: Er wollte ihr etwas erwidern, aber die richtigen Worte fehlten ihm.

00:09:15: und wie er nachsinnend empor schaute, flog oben am blauen Himmel eine Schwalbe vorüber.

00:09:23: Da stieß er unwähkürlich einen Pfiff aus, als ob er sie heranlocken wollte.

00:09:28: Und als sie nicht kam, pfiff er noch einmal und zum zweiten und zum dritten Male.

00:09:33: Elspeth lachte, er aber Pfiff weiter – erst ohne zu wissen wie und ohne nachzudenken warum!

00:09:41: Aber als Einton nach dem anderen seinen Lippen entquoll, wart ihm zu sinn, als sei er plötzlich sehr berätsam geworden und als ob er auf diese Weise alles sagen könnte, was ihm das Herz bedrückte und wird zuer in Worten nimmer den Mut gefunden haben würde.

00:10:00: All das, was ihn traurig machte und um was er sich sorgte kam zum Vorschein.

00:10:06: Er schloss die Augen und hörte gleichsam zu wie die Töne für ihn sprachen.

00:10:12: Er glaubte der Liebe Gott im Himmel hätte statt seiner das Wort genommen sogar das, worüber er selbst nie klar geworden.

00:10:25: Als er die Augen aufschlug, wusste er nicht wie lange er so dargelegen und gepüffen hatte aber er sah dass Elspeth weinte.

00:10:37: Liebe Marin, das hast du wieder wunderbar gemacht bin tief eingetaucht und wieder mal ein Cliffhanger!

00:10:42: Wie machst Du das nur?

00:10:44: Nächste Woche gibt's Folge vier von vier.

00:10:46: Das wird dann die Folge dreieinhalbfünfzig des Podcasts im Bereich wieverlage Bücher, Marin Teil zweieinundertsextenneunzig.

00:10:52: Am Mikrofon war Marin Schönfeldt, die das Buch bearbeitet hat Frau Sorge von Hermann Sudermann und das Buch hat die ESPN.

00:10:59: neun sieben acht drei neun vier eins neun zero fünf zweihundsebzig sechs kostet fünfundzwanzig Euro.

00:11:06: Zweihundert achten Achtzig Seiten Leinen gebundenes Hardcover.

00:11:10: Ich bedanke mich fürs Zuhören aus Hamburg.

00:11:12: Grüße ganz herzlich, Ralph Plents.

00:11:13: kommen Sie gut durch diese Woche und machen nochmal herzlichen Dank!

00:11:17: Ja ich danke dir auch macht mir sehr viel Spaß und unseren Zuhörerinnen und Zuhörenden einen schönen Tag.

Über diesen Podcast

In diesem wöchentlichen Podcast, einer Hörsendung des Hamburger Autors Ralf Plenz, erhält man einen Einblick in die Welt der Autoren, Lektoren, Gestalter, Büchermacher und Buchverkäufer. Bleiben Sie unserem Podcast treu! www.input-verlag.de

von und mit Ralf Plenz

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