Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher
00:00:00: Herzlich Willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.
00:00:03: Mein Name ist Ralf Pläntz, ich bin der Sprecher aber nur von der Einleitung und nachher vom Schluss.
00:00:08: im Studio ist die Übersetzerin Sybille Halberg, die George Song übersetzt hat.
00:00:13: wir sind bei Folge dreieinhalbundfünfzig im Bereich wie Verlage Büchern machen teilt zweiehundertzweiundneunzig, Folge fünf von Fünf das Buch Indiana von George Song, ihr erster Roman, achtzehn-dreißig erschienen Und ich habe gerade noch ausgesucht zwei Exemplare, die wir für die Übersetzung benutzt hatten, die ich dann zur nächsten Lesung auch mitbringen werde.
00:00:33: Also wenn Sie mal eine Lesung von Josson miterleben können hier in Norddeutschland werden sie mich auch treffen und können man diese Bücher in die Hand nehmen.
00:00:42: Ja was bisher in den letzten beiden Folgen danach geschah?
00:00:45: Sybille der Platz am Mikrofon ist Deiner!
00:00:47: Ja Indiana hat ihr Ziel fast erreicht.
00:00:51: Ein Kapitän will sie heimlich an Bord seine Schiffes nehmen und nach Frankreich zurückbringen.
00:00:57: Ich lese Kapitel twenty-fünf.
00:00:59: Am Tag vor ihrer Abreise schloss sich Indiana in ihr Zimmer ein, um die wenigen Dinge zusammenzusuchen, die sie mitnehmen wollte.
00:01:07: Stück für Stück verbarg sie das Gepäck unter ihren Kleidern und brachte es zur kleinen Bucht wo sie es in einen Koffer aus Bast legte, den Sie vorsorglich unter Felsgestein versteckt hatte und den Sie anschließend im Sand vergrub.
00:01:23: Es herrschte hoher Wellengang – der Wind nahm von Stunde zu Stunde zu!
00:01:28: Sicherheitshalber hatte die Eugène den Hafen verlassen und kreuzte vor der Küste hin und her.
00:01:35: In der Ferne erkannte Indiana ihre Weißen vom windgeblähten Segel.
00:01:40: Gegen Abend ließ der Wind nach.
00:01:43: Die Eugène näherte sich wieder dem Hafen.
00:01:46: Bei Sonnenuntergang hörte Indiana einen Kanonschuss und das Echo aus den Bergen.
00:01:52: Es war das Signal zur Abfahrt.
00:01:54: am folgenden Tag Nach dem Abendessen fühlte sich der Oberst unwohl.
00:01:59: Er brauchte die Unterstützung seiner Gattin, die nun plötzlich ein schlechtes Gewissen bekam Und sich darum sorgte wer sich denn künftig ihres Greisen Mannes annehmen würde.
00:02:10: Gegen zehn Uhr fühlten er sich jedoch bedeutend besser und bat, Indiana schlafen zu gehen und sich nicht weiter zu beunruhigen.
00:02:19: Ralf versicherte, dass alle Symptome verschwunden seien und ihrem Gemahl eine ruhige Nacht bevorstehen.
00:02:26: Als die elfte Stunde schlug war im Hause alles still.
00:02:30: Indiana aber weinte bittere Tränen und betete innenbrünstig denn sie stand im Begriff eine große Schuld auf sich zu laden.
00:02:39: Gott allein konnte ihr vergeben.
00:02:42: Leise betrat sie das Zimmer ihres Gatten.
00:02:45: Er lag enttief im Schlaf, sein Gesicht war ruhig und seine Atemzüge gleichmäßig.
00:02:51: Erst als sie schon wieder hinausgehen wollte bemerkte sie Ralfs Gegenwart der in einer Ecke im Lehenstuhl schlummerte um sich jederzeit Herrn Delmar widmen zu können.
00:03:01: Armer guter Ralf dachte Indianer welch ein stummer Vorwurf!
00:03:08: Sie war nah daran ihn aufzuwecken und ihm alles zu gestehen aber die Sehnsucht nach Remon war stärker als ihre Gewissensnot.
00:03:16: Sie öffnete ihre goldene Kette, ein Erbstück ihrer Mutter und legte sie vorsichtig um Ralfs Hals als Pfand ihrer schwesterlichen Verbundenheit.
00:03:26: Dann sah sie noch einmal nach ihrem Garten, um sich zu vergewissern, dass er wirklich nicht krank war.
00:03:33: Er schien zu träumen und murmelte plötzlich im Schlaf, hüte dich vor diese Mann!
00:03:38: Er wird dich ins Verderben stürzen.
00:03:42: Zitternd verließ Indiana das Zimmer.
00:03:45: Schnell aber beruhigte sie sich wieder bei dem Gedanken, dass es sich ja um Rémons Glück handele und nicht um das Irige.
00:03:53: Nachdem sie den Bastkoffer ausgegraben hatte, setzte sie sich mit Herzklopfen in den Sand, lauschte schweigend dem Pfeifen des Windes und dem Brausen der anlandenden Wellen – Sie wartete lange!
00:04:07: Die verabredete Stunde musste schon vorüber sein.
00:04:10: Es war stürmisch und das Anlegen an den Küsten der Insel sehr schwierig sodass sie an dem Gelingen des geplanten Manövers mit nur zwei Matrosen zu Zweifeln begann.
00:04:22: Endlich bemerkte sie auf den hohen Wellen, den schwarzen Schatten eines Bootes das sich ihr nährte.
00:04:28: Aber die Brandung war so stark und die See derart in Wallung, dass die Umrisse des Bootes immer wieder zwischen den Wogen verschwanden.
00:04:38: Hin und wieder meinte sie Rufe aus der Richtung des Boots zu vernehmen – und versuchte zu antworten aber das Heulen des Windes übertönte ihre schwache Stimme.
00:04:48: Als die beiden Seeleute endlich nahe genug waren und sie hören konnten, ruderten Sie unter größter Anstrengung heran – und warteten bis eine Welle sie samt Boot an den Strandwarf!
00:05:02: Wie mit dem Kapitän ausgehandelt, halfen die Matrosen Indianer ins Boot und entführten sie.
00:05:09: Aber dass Meer war so aufgewühlt und der Sturmgetöse so gewaltig dass sie laut Hals die Gefahr verfluchten, der sie sich wegen einer feinen Dame aussetzen mussten.
00:05:21: Indiana hörte wie der eine Kapitän Rondon verwünschte, weil dieser nicht schon vor zwei Stunden den Befehl gegeben hatte, den Anker zu lichten und nur irretwegen solange gewartet hatte.
00:05:34: Der andere warnte ihn davor, den Kapitänen vor der Dame mit so derben Sprüchen anzugreifen.
00:05:41: Ach was entgegnete der Eine!
00:05:43: Heute Nacht haben wir es nur mit den Hai-Fischen zu tun und wenn wir Kapitän Rendon je wiedersehen, wird er wohl nicht gefährlicher sein als ein Hai.
00:05:53: Haifische fragte der andere – ich weiß nicht ob es ein Fisch ist, der uns davon unten anglotzt aber ich erkenne in den Wogen einen Kopf, der keine Menschen gehören kann!
00:06:04: Du Hornoxe hältst wohl ein Hund für ein Wolfsbarsch!
00:06:09: Holla du vierbeiniger Passagier man hat dich wohl an der Küste vergessen Aber der Teufel soll mich holen, wenn du auch noch mit Schiffszwieback gefüttert werden sollst.
00:06:20: Unsere Order lautet nur auf eine Frau!
00:06:24: Von Hunden war keine Rede.
00:06:27: Er erhob seine Ruder und wollte dem Tier einen Schlag gegen den Kopf versetzen.
00:06:31: In diesem Moment erkannte Indiana die treue Ophelia, die ihre Spur am Strand aufgenommen hatte und ihr aufs Meer gefolgt war.
00:06:40: Gerade als der Matrose nach ihr schlagen wollte, riss die Welle gegen die Ophelia mühsam ankämpfte, sie vom Boot weg.
00:06:49: Ihre Herren hörte das herzzerreißende Geheul der Hündin und flehte die Ruderer an, Ophelia ins Boot zu holen!
00:06:56: Aber in dem Augenblick als das treue Tier sich wieder näherte zerschmetterten Sie ihm unter höhnischem Gelächter den Kopf – und Indiana musste zusehen wie ihre geliebte Ophélia für immer im Meer versank.
00:07:11: Je weiter die Küste sich entfernte Desto ruhiger wurde die See, und bald glitt das Boot schnell und sicher auf der Schiff zu.
00:07:20: Die beiden Männer fanden ihre gute Laune wieder und bemühten sich nun, ihre Grobheiten gegenüber Indiana wieder gutzumachen – aber ihre freundlichen Worte beleidigten sie mehr als ihr Zorn es getan
00:07:33: hätte.".
00:07:34: Nach der Ankunft auf den Eugène beschämte Indiana sie absichtlich, indem sie ihnen eine reiche Belohnung für ihre Mühen zusteckte.
00:07:43: Dann zog sie sich in die ihr zugeteilte Karüte zurück und wartete ängstlich auf die Stunde der Abfahrt.
00:07:51: Endlich brach der Tag an, auf dem Meer erschienen zahlreiche Boote, die Passagiere an Bord brachten.
00:08:00: Hinter einer Luke verborgen hielt Indiana ständig Ausschau nach ihrem Garten – Sie befürchtete er könnte sich unter den Ankömmlingen befinden um sie zurückzuholen!
00:08:12: Schließlich aber verhaltet der Kanonenschuss, der die Abfahrt verkündete.
00:08:18: Das Schiff begann Berge von Schaum vor sich aufzutürmen.
00:08:22: Die aufgehende Sonne warf ein heiteres rosiges Licht auf die weißen Berggipfel und bald war die Insel Bourbon am Horizont verschwunden.
00:08:33: Nach einigen Stunden auf dem Meer führte Kapitän Rendon eine kleine Komödie auf um jede Verantwortung für die unerlaubte Mitnahme von Frau Delmar zurückzuweisen.
00:08:46: Er tat so, als ob er sie gerade erst auf seinem Schiff entdeckt hätte, spielte den Überraschten, verhörte die Mannschaft, regte sich zum Schein feuchtbar auf, beruhigte sich dann wieder, um endlich ein Protokoll darüber aufzusetzen – das sich an Bord der Eugène einen Findelkind befände!
00:09:07: wie der Fachausdruck für eine solche Person lautet.
00:09:23: Indianer schafft es tatsächlich zurück bis zu Raymond, jedoch geschieht auf diesem langen Weg immer wieder Unvorhergesehenes ja Unvorstellbares so dass noch weitere fünf Kapitel folgen.
00:09:35: So, gerät Indiana in die Unruhn der Juli-Revolution.
00:09:40: Er leidet einen gefährlichen Schwächeanfall mit einer folgenschweren Gehirnhautentzündung.
00:09:46: Als sie endlich wieder genesen ist und Raymond wiederfindet muss er erkennen wie sehr sie sich in ihm getäuscht hat.
00:09:53: Als gebrochene Frau bringt sie Sir Ralph, der sie einmal mehr gesucht und gefunden hat zurück zur Insel Bourbon.
00:10:02: Der wahre Ausgang der Geschichte offenbart sich erst im letzten Teil, der Auflösung – wie ich ihn genannt habe.
00:10:09: Die innere Zerrissenheit der Figuren und ihr beständiger Kampf gegen Empfindungen die nicht in die Gesetze der Gesellschaft passen wollen machen für mich die Aktualität dieses zweihundert Jahre alten Romans aus.
00:10:22: Außerdem werden immer wieder Themen aufgegriffen, die keinem zeitlichen Rahmen unterliegen, Liebe, Leben und Tod.
00:10:34: Deswegen denke ich ist dieses Buch auch heute noch über alle Maßen lesenswert.
00:10:40: Vielen Dank!
00:10:41: Das war ein sehr schöner Schlusssatz.
00:10:43: Ich habe keine weiteren Fragen mehr an Sie als Hörer.
00:10:48: die Bitte empfehlen sie den Podcast gerne weiter vor allen Dingen aber auch das Buch denn es ist eine sehr schöne Neuübersetzung gelungen.
00:10:59: Georges Song, das ist die Frau, die auch in Männerkleidern rumlieft.
00:11:02: Ein männlicher Vorname.
00:11:03: warum?
00:11:04: Weil damals Frauen unter ihrem eigentlichen Namen nicht publizieren durften.
00:11:08: Das war ein Pseudonym und sie spielte sehr gerne damit.
00:11:11: Sie hat sehr viele Bücher geschrieben.
00:11:12: Das ging alles aus dem Vorwort hervor.
00:11:15: Ich bedanke mich nochmal sehr herzlich fürs Zuhören!
00:11:17: Im Input verlangt George Song Indianer, ESPN.
00:11:20: neun sieben acht drei.
00:11:21: Neun vier eins, neun zero fünf, seventy-neun.
00:11:24: Vierundzwanzig Euro Hardcover Leinenband Fadenhäftung.
00:11:27: eine schöne Banderole so wie Sie das von mir gewohnt sind.
00:11:31: Ja und an Sie kommen Sie gut durch diese Woche.
00:11:34: Freuen Sie sich auf den nächsten Podcast.
00:11:35: Das wird die Folge dreieinhalbfünfzig sein im Bereich wie Verlage Bücher machen, Teil zweieinundneunzig.
00:11:41: und an Sibylle Halberg nochmal ganz herzlichen Dank für das tolle Lesen!
00:11:45: Und wir sind ganz tief in das Buch eingestiegen.
00:11:47: aber den Rest müssen sie selber machen.
00:11:49: Auf Wiederhören!