Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher
00:00:00: Herzlich willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.
00:00:03: Mein Name ist Ralf Plenz, wir sind bei Folge dreihundfünfzig im Bereich wie Verlagebücher machen Teil zweieinhalbundachtzig.
00:00:09: Im Studio ist Sibylle Heilberg.
00:00:11: die kennen Sie schon denn sie hat ja unter anderem in der Folge dreihundert zwanzig bis dreihundzwanzig bereits das Vorwort des Buches gelesen um dass es heute geht.
00:00:21: Das ist das vorwurzige Georges Song und das war im Februar zweizig sechsten zwanzi also Folge drei hundzwunzig und folgendes Ja Sybilett der Platz am Mikrofon ist deiner.
00:00:31: Du wirst einige ausgewählte Kapitel lesen, wir sind bei Folge eins von fünf und ich höre sehr gerne zu.
00:00:37: Vielen Dank Reif!
00:00:39: Ich beginne gerne.
00:00:41: Nachdem ich meinen Vor- und Nachwort bereits in den vorausgegangenen Folgen zu Indiana gelesen habe möchte ich in den nächsten fünf Folgen ein paar Kapitel direkt aus dem Buch lesen um unseren Hörern meine Romanübersetzung nahezubringen sie auch dafür zu interessieren oder sogar fesseln zu können.
00:01:02: Ich beginne mit Kapitel eins.
00:01:05: Wir befinden uns im Salon von Oberst Delmar, dem alten Ehemann der blutjungen Indianer, der mit ihr und ihrem Cousin Sir Ralph nicht weit von Paris lebt.
00:01:18: Erstes Kapitel An einem regnerischen kühlen Herbstabend in der französischen Region Brie saßen drei Erwachsene in einem kleinen Schloss beisammen und sahen Gedanken versunken dabei zu, wie das Holz im Kamin brannte und der Zeiger der Standuhr langsam vorrückte.
00:01:38: Zwei von ihnen schienen sich dem langweiligen Nichtstun in geduldigem Schweigen ergeben zu haben.
00:01:44: Der dritte Anwesende dagegen rutschte auf seinem Lehnstuhl hin-und her unterdrückte mehrmals halblaut ein träges Gähnen und schlug mit der Feuerzange auf die funkensprühenden Holzscheite.
00:01:58: Er war der Herr des Hauses, und deutlich älter als die beiden anderen Personen.
00:02:05: Oberstellmar war einst ein gut aussehender Mann gewesen – inzwischen aber dick-und fast kahl, mit grauem Bart und einem fruchtanflösenden Blick, mit dem er seine Frau, seine Diener, Pferde und Hunde beherrschte!
00:02:20: Um die Stille zu durchbrechen, erhob er sich schließlich und durch Maß selbst zu schrieden und in der militärisch steifen Haltung eines ehemaligen Musteroffiziers die gesamte Länge des Raumes.
00:02:34: Jene glanzvollen Tage da Leutnant Delmar mit der Luft im Feldlager gleichsam Ruhm-und Triumph einsog waren längst vorüber.
00:02:45: Der höhere Offizier außer Dienst vom undankbaren Vaterland vergessen sah sich jetzt dazu verurteilt, die Folgen einer spät geschlossenen Ehe zu ertragen.
00:02:56: Gut!
00:02:57: Er war der Gatte einer jungen hübschen Frau, Eigentümer eines komfortablen Anwesens und überdies erfolgreicher Fabrikbesitzer.
00:03:07: Während er seinen im Stil Louis-Case mobilierten Salon durchschritt warf er bei jedem Richtungswechsel einen scharfen Blick auf die beiden Gefährten dieses stillen Abends, insbesondere aber auf seine Frau – die er nun seit drei Jahren wie ein zerbrechlichen und kostbaren Schatz hütete.
00:03:28: Denn seine Frau war erst neunzehn Jahre alt!
00:03:31: Und wenn man sie in der Ecke des riesigen Kamins aus weißem Marmor sitzen sah so schmächtig, so bleich, so traurig die Ellbogen auf ihre Knie gestützt.
00:03:42: So jung mitten in dieser altmodischen Umgebung!
00:03:47: So mußte man Mitleid haben mit der Gattin von Oberst Delmar und vielleicht sogar noch mehr mit dem Kreisen Oberst
00:03:54: selbst.".
00:03:57: Der dritte Bewohner dieses Einsamhauses saß an der anderen Seite des Kamins.
00:04:03: Er war ein Mann in der Blüte seiner Jugend.
00:04:06: Sein volles blondes Haar und sein gut gepflegter Bart standen in starkem Kontrast zu dem ergrauten Kopf des Hausherrn, und dessen welchem grob geformtem Gesicht.
00:04:18: Dennoch war es nicht erstaunlich den gesträngen Ausdruck des Herrn Delmar, die zwar regelmäßigen aber nichtssagen den Gesichtszügen des jungen Mannes vorzuziehen.
00:04:30: Trotzdem gab dieser ein Faschen Kavalier ab und das lag an seiner ehemäßigen Erscheinung.
00:04:37: Der glatten Stirn, der Ruhe- und Klarheit seiner Augen, seinen schönen Händen – und nicht zuletzt an der ausgesuchten Eleganz seiner Jagdkleidung!
00:04:49: Vielleicht bestand zwischen der jungen kränkelnden Frau Delmar und dem Jüngling mit dem guten Appetit gar keine Sympathie?
00:04:57: Das Argus Auge des Ehemannes bemühte sich vergeblich zwischen den beiden so ungleichen Geschöpfen auch nur die geringste verdächtige Regung zu entdecken.
00:05:09: Das einzigglückliche Wesen in dieser Gruppe war eine schöne Jagdhündin, welche ihren Kopf auf die Knie des am Kaminsitzenden jungen Mannes gelegt hatte.
00:05:21: Sie war sehr schlank mit einer spitzen Schnauze im klugen Gesicht aus dem zwei große gelbe Augen durch das silbergraue Fell glänzten.
00:05:31: Diese Augen, die in der Hitze der Jagd so blutgierig blicken konnten, drückten jetzt unbeschreibliche Zärtlichkeit aus.
00:05:39: Und wenn der geliebte Herr das Seidene fällstreichelte, glänzten sie vor Seelichkeit – während der lange Schwanz im Takt an den Kamin anschlug!
00:05:51: Endlich ließ das Tier ein leichtes Schüchternis Bellen hören und setzte seine beiden Pfoten auf die Schultern seines Herrn.
00:05:59: Platz Ophelia, Platz!
00:06:01: richtete er in englischer Sprache einen ernsten Tadel an das gelehrige Tier.
00:06:07: Das beschämt zu Frau Del Marcroch, als wolle es sie um Schutz bitten – aber die junge Frau träumte und Ophelia ließ den Kopf ohne Liebkosung auf die Weißen über dem kniegefalteten Hände sinken.
00:06:23: »Dieser Hund ist jetzt wohl im Salon Zuhause« bemerkte der Oberst Mürisch insgeheim froh ein Opfer für seine schlechte Laune gefunden zu haben.
00:06:33: Ab in die Hunderhütte, Ofelia!
00:06:35: Verschwinde du dummes
00:06:36: Viech!".
00:06:38: Wenn jemand Frau Delmar bei diesem geringfügigen Anlass beobachtet hätte, so hätte er das schmerzliche Geheimnis ihres ganzen Lebens erraten können.
00:06:49: Ein unmerklicher Schauer durchlief ihren Körper und ihre Arme um klammerten Heftig den Hals des Tieres.
00:06:57: wieum es zu beschützen….
00:06:59: Herr Delmar zog seine Jagdpeitsche aus der Rocktasche und ging drohend auf die arme Ophelia los.
00:07:06: Frau Delmar wurde noch blasser als gewöhnlich, ihre aufgerissenen blauen Augen richteten sich auf ihren Gemahl.
00:07:13: Um Gottes Willen bitte töte das unschuldige Tier nicht!
00:07:19: Diese wenigen Worte genügten den Zorn des alten Obersten zu
00:07:24: besänftigen.".
00:07:25: Das ist ein Vorwurf, sagte er unschien peinlich berührt.
00:07:30: Mit dem du mich seit dem Tag verfolgst an dem ich auf der Jagd im Eifer des Gefechts deinen Wachtelhund erschossen habe!
00:07:37: Ist denn ein Hund, der nicht hören will und das Wild verscheucht?
00:07:41: Ein so großer
00:07:42: Verlust?!
00:07:43: Übrigens hast Du ihn erst nach seinem Tod zu lieben gelernt – vorher hast Du ihm kaum beachtet.
00:07:50: Aber jetzt bietet er dir eine Willkommene Gelegenheit mir Vorhaltungen zu
00:07:54: machen.".
00:07:55: – Habe ich dir je einen Vorwurf gemacht?
00:07:59: fragte Frau Delmar sanft.
00:08:02: Das habe ich nicht behauptet, erwiderte der Oberst in fast väterlichem Ton!
00:08:08: Aber in den Tränen mancher Frauen liegen heftigere Vorwürfe als in den härtesten Worten.
00:08:14: Zum Teufel du weißt doch, dass sich dich nicht weinen sehen kann.
00:08:20: Du siehst mich niemals weinen, denke ich.
00:08:23: Aber ich sehe fort während deine geröteten Augen und das ist noch
00:08:26: schlimmer.".
00:08:29: Während dieser ehrlichen Auseinandersetzung war der junge Mann aufgestanden und hatte Ophelia in aller Ruhe hinausgeführt, kam ohne sie zurück und zündete eine Kerze an, stellte sie auf den Kaminsims und setzte sich wieder Frau Delmar gegenüber.
00:08:48: Sobald das Antlitz der jungen Frau vom Licht der Kerze erhält war bemerkte Herr Delmar ihre leidenden Züge, ihren Blassenten und den matten Blick ihrer umrenderten Augen.
00:09:01: Er trat zu ihr, und fragte sie mit der Unbeholfenheit eines Mannes, dessen Herz-und Charakter selten in Einklang sind – kurz und unvermittelt?
00:09:11: Wie befindest du dich heute,
00:09:12: Indiana?".
00:09:14: »Wie gewöhnlich!
00:09:15: Ich danke dir« antwortete sie ohne Überraschung oder Groll.
00:09:21: »Wwie gewöhnlich!
00:09:22: Das ist eine Antwort die weder gut noch schlecht bedeutet.
00:09:26: Ich weiß, dass du dich nicht wohl fühlst.
00:09:28: Das hast Du sogar Sir Ralph gesagt!
00:09:31: Oder stimmt es etwa nicht?
00:09:33: Sprechen Sie hat sie es gesagt?
00:09:34: – Sie hatte's mir gesagt," antwortete Sir Ralph pfligmatisch ohne den vorwurfsvollen Blick zu beachten, den Indiana ihm zuwarf.
00:09:46: In diesem Augenblick betrat eine vierte Person den Salon ein ehemaliger Sargent aus dem Regiment von Herrn Delmar und nun sein Leibdiener.
00:09:58: Er habe Grund zu glauben, erklärte dieser, dass sich in den vergangenen Nächten um diese Zeit Kohlendiebe in den Park geschlichen hätten.
00:10:07: Er wolle vor dem Abschließen noch eine Runde machen – und bat um eine
00:10:11: Flinte.".
00:10:12: Herr Delmar holte sogleich zwei Jagdflinten und reichte Lulievre eine der beiden.
00:10:19: Wie rief Frau Delmar entsetzt?
00:10:21: Für einen Sack Kohle – Willst du einen armen Bauer umbringen?
00:10:27: Ich schieße jeden der Nachts auf meinem Grundstück herumschleicht wie ein Hund nieder, antwortete ihr gemahl gereizt.
00:10:34: Das Gesetz ist ganz auf meiner Seite!
00:10:37: – Das ist ja ein grauenvolles Gesetz, rief Indiana aufgeregt.
00:10:43: Sie wollte sich noch mehr ereifern, bezwang sich aber und fügte in ruhigerem Ton hinzu.
00:10:50: Aber dein Rheumatismus….
00:10:52: Du wirst morgen Schmerzen haben wenn du bei diesem Regen noch nach draußen gehst.
00:10:58: Du hast wohl große Angst davor, deinen alten Ehegatten pflegen zu müssen", antwortete Herr Delmar, riss die Tür auf und entfernte sich unter Verwünschungen über sein Alter und seine
00:11:10: Frau.".
00:11:11: Vielen Dank, liebe Sibille!
00:11:12: Das war Folge eins von fünf aus dem Buch Indiana Von Josh Song.
00:11:18: Wenn Sie das Buch jetzt schon interessiert und Sie nicht bis nächste Woche warten wollen, können Sie es bestellen über den Webshop oder jede Buchhandlung.
00:11:25: Das hat die ESPN.
00:11:26: die neun sieben acht drei neun vier eins neun zero fünf einund siebzig neun.
00:11:33: Nächste Woche gibt's also die Folge zwei von fünf.
00:11:35: Das wird dann der Büchermacher Nummer dreinundfünfzig sein im Bereich wie Verlage Bücher machen Teil zweieinneunachtzig.
00:11:42: Kommen Sie gut durch diese Woche.
00:11:44: Vielen Dank.
00:11:44: erstmal an Sie Bill und an Sie alles Gute auf Wiederhören Ralph Plants aus Hamburg!