Der Büchermacher

Der Büchermacher

Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher

Transkript

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00:00:01: Herzlich willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.

00:00:04: Wir sind bei Folge dreieinundvierzig im Bereich wie Verlage Büchern machen, Teil zweieinundertsechsundachtzig und wir wiederholen einige sehr erfolgreiche Folgen.

00:00:12: die hatten zum teil viele hundert Abrufe.

00:00:14: Wir nehmen die Folge dreih neunzig eine.

00:00:15: Interview mit Dietrich zu klampen.

00:00:18: in diese Folge habe ich noch integriert Eine kurze Lesung aus unserer damaligen Neuerscheinungen Gory Fock Seefahrt ist Not Und wir haben unsere Buchreihe ja verschiedenen Personen zugeschickt Verlagsvorschau, also die Materialien, die die Buchhändler in der Hand bekommen und eben eines der ersten Muster-Exemplarungen.

00:00:36: Das ist auch Kochfock!

00:00:37: Und diesmal haben wir es an den Kollegen zugeschickt Dietrich zu klampen aus dem gleichnamigen Verlag in der Nähe von Lüneburg.

00:00:44: Wir fragen ihn ähnlich wie die anderen auch bisher – wie ist das bei ihnen angekommen?

00:00:49: Herr zu Klampen was war Ihr erster Eindruck beim Auspacken & Blättern?

00:00:56: Ich bin vom Stuhl gefallen, lieber Herr Plenz.

00:00:58: Die Sachlage ist ganz einfach!

00:01:00: Ich habe jetzt mit ziemlich viel gerechnet aber ich habe nicht mit einem Programm gerechnet das so ambitioniert ist wie das erste dass sie davor legen.

00:01:10: erstens und zweitens habe ich nicht damit gerechnet dass die Bücher in so einer unfassbar schönen Gestalt zu mir kommen würden.

00:01:19: da war ich wirklich richtig überrascht.

00:01:21: Ganz große Sache.

00:01:22: herzlichen Glückwunsch.

00:01:24: Nach dem Lesen von Vor- und Nachwort, und mindestens zwanzig Seiten des Textes.

00:01:29: Wie gefällt Ihnen denn der Inhalte?

00:01:32: Was ich so besonders gut finde ist dass die Klassiker, die hier vorgetragen werden das sie nicht einfach sozusagen den Leuten um den Latz geknallt werden, sondern dass das behutsam ein und ausgeleitet wird.

00:01:46: Dass einem erklärt wird, worum es hier geht und dass einem auch noch mal klargemacht wird was daran so großartig ist.

00:01:54: Und ich glaube, dass man heutzutage genau so eine Form wählen muss damit die Berechtigung erkannt wird warum das überhaupt wieder aufgelegt wird.

00:02:04: Das ist klasse.

00:02:05: Ich bin bei meinen Büchern ebenfalls ein großer Freund davon, dass man einleitet und ausleitet.

00:02:12: Dass man erklärt was passiert?

00:02:14: Dass man die Bücher einordnet?

00:02:15: Dass sie in einen literarisch torsischen Kontext bringt?

00:02:19: Ich glaube so eine Konzeption ist weise und klug.

00:02:28: Also nicht nur welche Autoren kennen Sie sondern welche haben Sie gelesen?

00:02:33: Also erstens habe ich in den Walter Benjamin hineingelesen, aber nicht ganz gelesen wenn ich mich erlöse.

00:02:39: George Orwell hab' ich ganz gelesend.

00:02:41: Heinrich Mann meine Ich habe ich ganz gelesens, aber lange her.

00:02:45: Franz Kafka glaube auch ja natürlich Aber das war's denn auch schon selbst ihn veröffentlicht ist eine Katastrophe.

00:02:53: Das Problem bei den Verlegern Lieber Herr Plenz, muss ich Ihnen ja mal erklären.

00:02:58: Die dürfen so wenig fremdlesen!

00:03:00: Die müssen immer die eigenen Manuskripte lesen, die im Verlach ankommen und das macht es nicht eben einfach.

00:03:07: Ich habe von meinem Großvater bei mir im Wohnzimmer stehen eine, ich würde sagen, fünftig bändige Bibliothek der deutschen Klassiker Und wenn Sie mich da mal fragen würden wie viel ich davon gelesen habe sie würden sehen dass ich dann einen roten Kopf kriege.

00:03:24: Ja, und damit befindet sich in einem recht guten Mittelfeld.

00:03:27: Die allermeisten Personen haben wirklich zwei Titel nur gelesen – und kennen natürlich andere Autoren!

00:03:33: Und die Dame, die bisher am meisten gelesen hat, kannte in der Tat acht.

00:03:37: Titel hat sie wirklich gelesen und ist eine sehr belesene Dame.

00:03:41: Mit ihren vier sind Sie da im Mittelfell.

00:03:45: Wie beurteilen Sie die inhaltliche Konzeption der Reihe?

00:03:48: Regt er Seriencharakter zum Sammeln an oder schreckt er eher ab?

00:03:54: Nein, der regt natürlich zum Sammeln an.

00:03:57: Da bin ich ganz sicher.

00:03:58: die entscheidende Frage ist, haben wir noch genügend Buchsammler auf dem Markt?

00:04:03: Ist das tatsächlich noch für viele ein Bedürfnis eine Reihe zu sammeln einfach weil sie so schön gestaltet und weil sie liebevoll ausgesucht ist?

00:04:13: Das kann ich gar nicht mehr beurteilen!

00:04:18: ältere Titel, achtzig bis hundertvierzig Jahre alte Titel rechtefreie Texte bearbeitet.

00:04:22: Was ist Ihre Meinung als Kollege?

00:04:24: Soll man das gar nicht tun oder behutsam oder ruhig deutlich

00:04:29: bearbeiten?".

00:04:31: Ja, das habe ich schon gesehen!

00:04:33: Ich würde es sozusagen anders machen obwohl das dann sperrig ist.

00:04:42: und mir im Zweifelsfall eine Variante überlegen, wie das gar nicht bearbeitete begleitet wird, kommentiert wird, eingeleitet oder ausgeleitet werden.

00:04:52: Oder im Zweivelsfall Textverdoppelung, Original- und Modernisierung.

00:04:59: Ich bin deshalb für die Nichtbearbeitung weil ich glaube dass es uns gerade heutzutage außerordentlich gut tut Den auch den Wandel der Ausdrucksweise, dem Wandel schreibweise.

00:05:13: Den Wandel einer Übersetzung wenn es dann so ist uns klar zu machen Es ist gut Wenn wir einen Text haben Der sich von der heutigen Sprache unterscheidet.

00:05:26: Ich weiß nicht Lieber Herr Plenz, wie Bibelfest sie sind.

00:05:29: Aber wenn Sie eine Martin-Lutter Übersetzung lesen und das dann vergleichen mit den jeweils weichgespülten heutigen Übersetzungen – ich glaube, dann würden auch Ihnen die Tränen kommen!

00:05:42: Da ist dann von der Sprachgewalt, Sprachkraft und schöpferischen Schönheit in einer sehr frühen jetzt deutsche übersetzten Version nicht mehr viel übrig.

00:05:55: Es ist und bleibt einfach Zielgruppen abhängig – das glaube ich auch!

00:05:59: Und wenn Sie es schaffen könnten an diese Zielgruppe mit diesen wunderbaren Perlen heranzukommen dann würde ich Ihnen sofort einen ausgeben.

00:06:09: und dann ist es auch komplett richtig die Strategie zu fahren, einen besonders günstigen Ladenpreis zu machen und eine Übersetzung vorzulegen.

00:06:19: Die leicht zu verstehen ist.

00:06:21: das glaube ich allerdings auch.

00:06:23: aber es gibt eben auf Zielgruppen also die Lese geübt sagen wir mal so.

00:06:28: Da könnte ich mir vorstellen, dass die sich an der etwas überarbeiteten Fassung möglicherweise gar stören.

00:06:34: Aber das weiß ich ja letztlich auch nicht!

00:06:37: Ich habe in unserem Verlach sehr wenig Erfahrung mit Übersetzung.

00:06:41: Ich weiß immer nur, dass ich glaube, dass Sprachbereinigungen aus politischer Korrektheit oder Sprachbereinigung – weil die Worte zu alt sind sozusagen und eine andere Bedeutung gewonnen haben – eher problematisch sind.

00:06:58: Ja, vielen Dank.

00:06:59: Welche Social Media Aktivitäten auf Facebook Instagram und TikTok empfehlen Sie?

00:07:04: Was machen sie selbst?

00:07:06: Ich persönlich bin jetzt nicht der größte Social Media Fan.

00:07:11: Wir machen relativ viel Social Media aber nicht auf TikTok.

00:07:16: wir machen Facebook, Instagram, Twitter Und wir haben gesehen dass wir bei den wenigstens bei Facebook erst dann halbwegs Reichweite erreichen, wenn wir uns auch der bezahlten Anzeigen bedienen.

00:07:36: Einfach nur so wird der Arm vermutlich nicht stark und lang genug sein Und ich bin mir bei der Schönheit dieser Reihe die sie hier vorlegen und bei der bibliophilen Ausstattung und beim Programmauswahl gar nicht so wahnsinnig sicher wie weit Social Media Aktivitäten reichen und kann ihnen insofern überhaupt keinen guten Tipp geben.

00:08:04: Ich glaube, dass Facebook als das Medium, dass auch mittelalterliche und ältere Menschen bevorzugen noch das größte Potenzial hat weil ich mir beinahe eher vorstellen kann, dass die Lese beübten zu so etwas greifen.

00:08:20: Sie wollen ja aber gerade an die andere Gruppe ran.

00:08:23: Mit der haben wir leider auch selbst wenig Erfahrung und es würde mich rasend interessieren, ob Sie mit dem nach jüngsten Medium TikTok da irgendwelche nennenswerte Erfolge erreichen können.

00:08:37: Weil ich denke mir beinahe ist so ein Widerspruch eine schön gestaltete Bibliophile Klassiker Reihe für glücklicherweise wenig Geld in einem hektischen Bilder betonten, Medium wie TikTok vorzustellen.

00:08:57: Also ich finde das ist ein Widerspruch aber wir haben ja gelernt es gibt viele Widersprüche die dann zu den verrücktesten Seiten hin aufgelöst werden und da wäre ich wirklich sehr gespannt.

00:09:08: Ja vielleicht als kurze Antwort zum Beispiel TikTok.

00:09:11: das machen wir seit rund sechs Wochen.

00:09:13: dort haben wir etwa zehn zwölf Videos online gestellt und zwar immer dieser kreative Teil also die Calligraphie mit der Stahlfeder und schwarzer Tusche Und natürlich auch diese farbige Bauchbinde, das haben wir als Zeitraffervideo.

00:09:27: Das heißt in dreißig Sekunden sieht man wie dort eine Bauch-Binde entsteht.

00:09:32: Es ist farbig aquarell mit den acht bis zehn Stichworten zum Buch und das wird natürlich mit Musik unterlegt und wir wenden uns damit an sehr junge Leute und wir haben je nach Video zwischen vierhundert und tausend Vierhundert Klicks und das kann man natürlich für die anderen Social Media Aktivitäten auch weiter verwenden.

00:09:47: Wir müssen unbedingt in einem Jahr widersprechen, damit sie schon mit den ersten Zahlen sozusagen brillieren können.

00:09:53: Und ich wäre sehr dankbar wenn Sie mich in dieser Sache auf dem Laufenden halten würden.

00:10:00: Wenn man so etwas Ambitioniertes macht wie Sie das da machen dann ist das aller Ehrenwert und vor allen Dingen Nachahmswert.

00:10:07: lieber Herr

00:10:08: Plitz!

00:10:09: Ja ich bedanke mich dann sehr herzlich für die Zeit die Sie sich genommen haben und verabschiede mich.

00:10:14: natürlich werden wir uns auch später wieder Treffen oder wieder mal unterhalten.

00:10:19: Sehr gut und dazu drücke ich Ihnen beide Daumen, Möge der Markt von dieser schönen Reihe aufgeräut werden!

00:10:27: Es geht weiter mit Keuchfock – wir sind im vierten Abschnitt.

00:10:30: Wir schreiben das Jahr die Hochseefischerei unter Segeln steht in Sommerblüte Finckenwerder hat seinen Gipfel erreicht und sie sind die Masken auf See.

00:10:41: Dreihundert Ewa und Kutter nennt die Elbe ihr Eigen, von denen hundertsebeneundachtzig in Finkenwerder beheimatet sind und ein HF auf den braunen Segeln tragen.

00:10:51: Wie das Land mit Fischenfasse?

00:10:54: Die, das Land mit Fischen versorgen sind die Mewes und Külper von Finkenwerder.

00:10:58: Und die Breckwolls und von Appen von Blankenese.

00:11:01: Sie liefern Hamburg und Bremen, Oldenburg und Glückstadt, Geste Münde und Tönding ihre Schollen und Zungen – und fangen Wintertags so viele Heringe, dass Halbholstein und Hannover damit versorgt werden könnte.

00:11:13: Sie sind die Könige der Nordsee, die man in Dänemark so gut wie in Holland und England

00:11:19: kennt.".

00:11:20: Der kleine Klaus störte Becker, hatte es am anderen Morgen ganz verteufelt eilig.

00:11:25: Er musste Brot vom Bäcker holen und Proviant vom Krämer und auch ein Schinken von der Rauchkammer her abschleppen.

00:11:31: Denn Klaus Mewesthardt die erste Ausfahrt nicht ohne einen Schinken – obgleich man am Deich meinte, der Schinken dürfen nur beim ersten Kuckuckshof angeschnitten werden!

00:11:40: Er trug die Krüge mit Weiß- und Schwarzsauer, die Beutel mit Strümpfen und Unterhosen zum Bollwerk….

00:11:48: Er quälte sich mit Vaters Seestiefel und seinem Ölzeug ab, aber es macht ihm Spaß.

00:11:52: Und er vergaß seinen Komma darüber, dass er noch an Land bleiben sollte.

00:11:57: Als alles bereit war, konnte er es nicht lassen dem saumseligen Schuster nochmal die Wacht anzusagen!

00:12:04: Der Hans Niedersachs von Finkenwerder, der einen Schelm als Gesellen hatte, sah ihn schon, als er die Treppe hinunterstieg und sagte zu seinen Gesellen «Kick more – da kümmt Störte Becker».

00:12:16: Wir müssen nun freilich wissen, dass Klaus Meves bei der Bestellung der sieben Meilenstiefel heimlich gesagt hatte es Eile nicht und vor Pfingsten brauchen Sie nicht fertig zu sein.

00:12:26: Der Schuster tat deshalb nur was ihm geheißen war wenn er den Kleinen vertröstete.

00:12:31: Er hatte mit den Stiefeln übrigens noch nicht einmal angefangen.

00:12:34: Als Störtebecker die Tür aufklingte saßen die beiden Pechräte tief gebückt da.

00:12:41: Sie duckten sich hinter die großen Glaskugeln wie Verschwörer und klopften ohne aufzugucken.

00:12:45: – Schuster, sind wir in Stiefelclan?

00:12:48: Der Schuster und sein Geselle klopften das Leder noch lauter und heftiger, daß die Fenster wie bei einem Gewitter klirrten und taten als könnten sie wieder hören noch sehen!

00:12:57: – Schusta, ob wir in stiefelklon

00:12:59: sind?!

00:13:00: Dörtebecker rief schon lauter.

00:13:03: Aber die beiden Pechrähte stellten sich Wiedertaub und hemmerten als wollten sie Stahl aus den Kuhäuten machen….

00:13:10: Dabei aber sahen sie einander heimlich an, was er wohl nur anstehlt.

00:13:14: Der Junge sah sich in der Werkstatt um – da lagen die großen langen Stiefel der Elbfischer, die waren größer als er selbst.

00:13:21: Da waren auch die Bauernschuhe so klotzig, dass er damit hätte über die Elbe schippern können!

00:13:27: Aber Knie-Stiefel, die ihm zu pass war, konnte er nicht dazwischen finden….

00:13:32: Schuss da sind wir in

00:13:33: Stiefelclaw!".

00:13:35: Er grüllte es.

00:13:36: So laut er konnte, aber die Schüster ließen sich in ihrer Klopferei nicht stören.

00:13:40: Sie wussten noch nicht so ganz was sie ihm diesmal sagen sollten.

00:13:44: Sollten sie wieder über seine Seefahrt loslegen oder von seinem Kahn anfangen?

00:13:48: Oder ihm ein paar linke Mannsstiefel anpassen?

00:13:51: Störtebecker war ärgerlich geworden!

00:13:52: Er sah dem Kram noch eine Weile zu.

00:13:55: dann drehte er sich wütend um und lief hinaus.

00:13:57: Nanu, sagte der Meister und ließ das hemmern.

00:14:00: Nanu sagte der Geselle und stellte auch den Betrieb ein.

00:14:05: Ehe sie sichs versahen, saust ein großer Mauerstein durch das Fenster, daß die Splitter flogen!

00:14:11: Nur haltet mir noch mal für'n Bauern, rief Störtebecker draußen, nahm seine Pantoffel in die Hand und sauste auf Strumpfsocken davon wie ein gejagter Hase.

00:14:21: Der Schuster wollte ihm nach, aber ehe er soweit war, war der Junge schon längst über Heide und Zaun.

00:14:26: Da lasen die beiden die Späte auf, nagelten ein Stück Leder vor das Fenster und gelobten große Rache.

00:14:34: Störtebecker war weit genug gelaufen und zog seine Pantoffeln wieder an.

00:14:38: Seine Strümpfe waren klatschnass geworden denn er hatte auf seiner Flucht zwar über alle Pfützen springen wollen aber es war ihm nicht immer gelungen.

00:14:46: Außerdem wären die Pfützen auch voller Schlick!

00:14:48: Er konnte sich zu Hause nicht damit sehen lassen wenn er nicht eine Tracht Knüppelholz riskieren wollte.

00:14:54: Das war ihm klar.

00:14:55: Er kletterte die Stiege hinunter, setzte sich hinter eine dicke Hohleweide, das er vom Deich nicht wahrgenommen werden konnte und wurscht die Strümpfe im Graben bis sie wieder rein waren.

00:15:06: Frang sie aus und hängte sie zum Trocknen auf.

00:15:09: Er sah den Sperlingen zu, bis die Strumpfer einigermaßen trocken waren und zog sie dann getrost an und lief nach Hause.

00:15:17: Jan Husdén der Elbfischer rief ihm zur Stördeberger – du kommst nicht mehr mit!

00:15:21: Den Vorderer ist allweg – Wieso ist er schon weg?

00:15:25: rief der Junge, er regt und lief schneller.

00:15:26: Aber er kam doch zu spät!

00:15:28: Das Haus war leer.

00:15:29: Da war kein Vater mehr und kein Caporn, kein Heimmück oder Seemann.

00:15:34: Sie waren alle an Bord und als er verstört hinausrannte und ausscheu hielt, sah er den Ewer bei den Städten unter Segeln treiben.

00:15:43: Er hätte Brüllen mögen, so bekam es ihn.

00:15:45: Ist Vater all weg?

00:15:46: Warum hätte ich mich denn nie Tschüss, sagt

00:15:48: Mutter?!

00:15:49: Hier will mir doch Tschüss

00:15:50: singen!".

00:15:51: Wo kommst du denn her, Junge?

00:15:53: Wo bist du

00:15:54: gewesen?"

00:15:55: fragte sie dagegen.

00:15:56: »Wie hebt ihr oft rufen und alle wärts sucht!

00:15:59: Vater wohl die so gern Tschüssengen – und hätt doch die ganze Zeit auf dich gewartet.«.

00:16:04: Ach wat, knizte Störtebecker der traurigen Zornig war, hätte er den nie noch ein Bittchen stoppen kündet.

00:16:11: Ich bin ja man bloß ein bisschen den Deich lang gewesen.

00:16:15: Vater mit mir doch Tschüsseggen… Und ich mit ihm auch Tschüssegen.

00:16:19: Das geht doch anders.

00:16:21: Menschenkinners, was ist das doch all für Krom?

00:16:25: Und er stand auf dem Deich und blickte mit dunklen Augen und finsteren Gesicht zum Ewer, der mit glocken hellem Klipklang des Spiels den Anker – und dann das Boot an Deck hiefte.

00:16:36: Es wollte ihm einfach nicht in den Kopf, daß sein Vater fahren konnte ohne ihm Tschüss gesagt zu haben.

00:16:42: Er dachte noch, wärst du doch bloß nicht zum Schuster gelaufen, dann hättest du deinen Vater noch gesehen!

00:16:48: Dabei hatten sie wirklich mit allem Mann nach dem Jung gerufen, als es Hochwasser werden wollte und die Zeit gekommen war, daß Sie an Bord mussten.

00:16:56: Störte Becker!

00:16:57: störte becker!

00:16:58: Klaus, Klaus Meves schallte es über den Nesteich.

00:17:03: Auch Kaphorn und Hein Mück riefen mit und sogar der kluge Seemann gab ein kurzes Bellen dreien – aber der Junge war nicht zu finden.

00:17:12: Wenn Sie die Tide nicht verpassen wollten, dann mußten sie bald los.

00:17:15: Klaus und Geser schieden aber mit Wiederhaken im Herzen, die ihnen noch wehtaten.

00:17:21: Denn Klaus hatte sie im Verdacht, dass er den Jungen weit weggeschickt habe, damit er nicht im letzten Augenblick doch noch mitgenommen werde!

00:17:30: Gesa dagegen konnte den Gedanken nicht loswerden, daß er den jungen an Bord versteckt halte, um ihn doch mit zur See zu nehmen – das verbittete ihm den

00:17:39: Abschied.".

00:17:40: Als Gesang nun den Jungen wieder hatte und sah, daß sie ihrem Mann unrecht getan hatte, kam die Reue über sie und sie winkte vom Bodenfenst damit der großen leinenden Tischdecke bis er es sah und seine Flagge dreimal grüßen dipte.

00:17:55: Seit er wieder als Fahrendsmann an Bord stand war sein Unmut längst verweht – in der weiten Runde des Geschwaders war ein reges Leben ein freudiges Arbeiten!

00:18:05: Da war nicht ein Eva nicht ein Kutter nicht eine Jolle auf denen es still war.

00:18:10: Überall enteisten sie, trugen Segel und Proviant herbei, hieften die Anker, setzten die Segel – und schipperten einer nach dem anderen aus der großen Rinne.

00:18:19: Draußen ließen Sie sich mit dem Elbstrom treiben, denn es wehte kein Lüftchen!

00:18:24: Der erste aber war Klaus Mewes mit seiner Laertis, dem die Flagge vom Besan

00:18:29: hing.".

00:18:30: Störtebecker stand wie angewurzelt auf dem Deich und sah nach dem Ewer seines Vaters, und grübelte ob es wohl deswegen so gekommen ist weil er Banger gewesen war.

00:18:41: Das war bestimmt die Strafe für seine Bang-Bücksigkeit!

00:18:44: Sie nahmen ihn nicht mit und sagten ihm nicht einmal Tschüss.

00:18:48: Wäre er nach Hause gegangen ohne seine Strümpfe auszuwaschen dann hätte er seinen Vater bestimmt noch gesehen.

00:18:54: Nun will ich aber gewesen nicht mehr bang waren... Ganz gewißwillig nicht mehr bang waren.

00:19:00: Das, sagt er sich immer.

00:19:02: Die Mutter stand in der Tür.

00:19:04: Der kleine Borsche tat ihr Leid.

00:19:06: Nun Klaus?

00:19:07: Da lässt sich nun nicht mehr ändern!

00:19:09: Du kannst ich nie wieder herkriegen.

00:19:12: Nur sind mal wieder den ganzen Sommer allein.

00:19:14: Tu Sommer bin ich doch mit allem an Bord?

00:19:17: Sagt er so vorwurfsvoll?

00:19:19: Tu Sommer Bin Ich Doch All Mit An

00:19:20: Bord?!

00:19:21: Sagt Er Vorwurst voll ohne Sich umzudrehen.

00:19:23: Guck mal ein Rind Kaffee trinken.

00:19:25: Ach, ich mag nix mutter Von wegen egen Morgnicks.

00:19:28: Da musste er sich fügen, und als er am Tisch saß, schmeckte es

00:19:31: auch.".

00:19:32: Wann hatte es Klaus Störtebecker übrigens nicht geschmeckt?

00:19:35: Nach dem Kaffee wusch sie ihm das Gesicht.

00:19:38: Er hielt außerhalbweise still, obwohl er sich schon selbst waschen konnte.

00:19:42: Er wusste doch genau dass seine Mutter es nur hat um ihm dabei die Backen streicheln zu können!

00:19:48: Als sie dann aber nach seiner Krähe fragte – denn sie hatte sich fest vorgenommen sein Vertrauen zurückzugewinnen – da ging er hinaus denn diese Frage schien ihm nicht recht geheuer.

00:19:58: Da, beim Schloss von Golefroy segelte der Ewa – weit war er noch nicht gekommen, denn es herrschte immer noch völlige Windstille.

00:20:07: Störtebecker erinnerte sich, dass er noch nie gefüttert hatte.

00:20:10: Der Gerechte erbarmte sich seines Fies auch wenn er Kummer hat.

00:20:14: Er ging über den Hügel zum Hof und warf dem Kaninchen Kartoffelschalen hin.

00:20:19: Trotz seines Wehenherzens konnte er sich nicht enthalten, der Ewe den Bauch zu befühlen.

00:20:24: Denn erwartete sehr darauf, dass sie ihre Jungen kriegen sollte – hatte er doch schon fünf Junge fest zugesagt!

00:20:31: Dann bekam die Nebelkrehe ihr aufgewächte Stück Brot.

00:20:34: Die struppige Krehe schlug mit den Flügeln und quarkte vergnügt über das Fressen.

00:20:39: Störte Becker aber sagte betrüb, ach Klus, vorder ist nun nach See hin und hätt'n ich mal Tschüss

00:20:45: echt!".

00:20:46: Da sah er am Schuppen seinen Schlitten stehen und dachte, wenn du damit über das Eis kommst ganz nach blanke Nese hinunter, könntest du deinen Vater noch sehen und ihm Tschüss sagen.

00:20:55: Ich mit unmit ihm Tschüs sägen!

00:20:58: Er suchte die Schlittenhaken hervor, nahm den Schlitten und schlich wie ein Indianer den Binnendeich entlangt, damit die Mutter ihn nicht bemerkte.

00:21:07: Als er weit genug war, kletterte er über den Deich sprang vom Bollwerb auf das Eis und zog sich mit den Schlittenhacken über die rillen- und offenen Stellen vorbei zum Fahrwasser.

00:21:17: Vater, eh komm!

00:21:19: Glaus Mewels staunte nicht schlecht als er seinen Jungen mit einem Mal auf dem Eis stehen sah, quer ab von blanken Nese hart am Rande des Fahrwassers.

00:21:28: Störtebecker stand neben seinem Schlitten, auf dem Schlitten Haken gestützt und winkte.

00:21:34: Wie kommst du denn hierher?

00:21:35: Warteist Du Uppdat Mürm

00:21:37: Eis?!

00:21:37: – Ich wohl die noch tschüss, wegen Fahler rief der Junge.

00:21:40: Du bist ja so, Fahren!

00:21:42: Caporn aber machte Weiberlärm.

00:21:44: Junge, junge wie kannst du das mocken?

00:21:46: Wie leicht hast du in eine Welle oder in den Loch kommen können?

00:21:50: Aber Störtebecker sagte ruhig, dafür hätte Mensch doch oben Caporn.

00:21:55: Sein Vater ließ den Eva beitrehen und überlegte was er tun könne.

00:21:59: Das Eis ist so mörbel wie Zunder, da ging ich gewiss nie mehr drauf.

00:22:03: Lies Hein Mück sich vernehmen, aber Störtenbecker rief »Das glaube ich, du Bangböcks.

00:22:08: Nun, tschüss vada!«.

00:22:09: »Kannst Du auch weder noch Husfinnen, Junge?«.

00:22:12: – »Ja, das ist ja nix vada.«.

00:22:14: Caporn aber legte sich entzeugt und sagte «Umschicken kannst Du ihn nicht, Klaus.

00:22:19: Das geht nicht.

00:22:20: Hier kommt uns in den Loch und buddelt ab.».

00:22:22: – »Das habe ich mir all doch, stimmte der Schiffer besorgt zu, denn auch er hatte kein Vertrauen mehr zu dem Mürben-Eis auf den zahllosen Löchern und den großen Wasserstellen.«.

00:22:33: Er konnte nicht begreifen, wie der Junge es überhaupt geschafft hatte soweit vorzudringen.

00:22:37: – Klaus was ich dir sagen will?

00:22:40: Das soll so sein, das ist Schicksal!

00:22:42: Der Jung soll mit nur See.

00:22:43: Nimm ihn mit!

00:22:44: – Dat wolle ik nich, lehnte Klaus ab.

00:22:47: Das is doch so kalt.

00:22:48: Russen und Geser weht noch nix von aber an Bord wollen sie ihm wohl hieven?

00:22:54: Wie gift'n dem denn ein upkommend Fahrzeug ab und schicken in sicher noch Hues bei wo zu Wasser Lobni weg, Störtebecker!

00:23:01: Ich hole die.

00:23:02: Junge, junge, ja, fordert das noch

00:23:04: mal!".

00:23:04: froh lockte Störterbecker und dachte, nun geht er mit Hurra nach See.

00:23:08: Die Fahrendsleute nahmen das Boot in die Seile und ließen es zu Wasser.

00:23:13: Klaus Meves stieg zum Eis hinüber, packte den Jungen samt dem Schlitten und fuhr zum Ewer zurück.

00:23:19: Da war Störtenbecker nun doch an Bord.

00:23:22: Oh, wer sich freute?

00:23:24: Oh, wie er sich freut – Wie gesprächig er war, wie scharf er auf alles achtete.

00:23:28: Meisten stand aber sein Vater im... Rudergang und half beim Steuern, sah aufmerksam auf Segel und Kompass.

00:23:34: Und hielt tapfer das Ruder mit fest.

00:23:36: Er konnte sich aber noch nicht enthalten an die Geschichte bei der Kirche mit dem Apfelbaum zu erinnern – das mockt aber sieben Mal so viel Spaß vor da!

00:23:46: Er ließ es sich sogar einfallen, beim Wenden Reh zu rufen und einen Mück zur Fokk zu schicken bis sein Vater ihm sagte Störtebecker, dat Reh kommt mi zu.

00:23:57: Ja, sehr spannend was da passiert.

00:23:59: Wir müssen das beenden.

00:24:01: der Podcast ist auch schon wieder ein bisschen länger geworden als geplant.

00:24:04: wir sind also in der Mitte des vierten Abschnitts von Gerich Fox.

00:24:07: Seefahrt is Not.

00:24:09: Herzlichen Dank fürs zuhören.

00:24:11: Sie merken schon es lohnt sich alte Folgen nochmal anzuhören.

00:24:13: stöbern sie gerne weiter rum lassen sich inspirieren empfehlen im podcast gerne weiter.

00:24:18: ich wünsche Ihnen alles Gute.

00:24:19: kommen Sie gut durch diese Woche.

00:24:21: Nächste Woche gibt es die Folge o.r.

00:24:22: ¾ im Bereich Wir verlagen Büchermachern, teils

00:24:25: v.a.,

00:24:25: ich wünsche Ihnen alles Gute auf Wiederhören.

00:24:29: Ralf Blenz aus Hamburg!

00:24:30: Ihr Bücher-Macher.

Über diesen Podcast

In diesem wöchentlichen Podcast, einer Hörsendung des Hamburger Autors Ralf Plenz, erhält man einen Einblick in die Welt der Autoren, Lektoren, Gestalter, Büchermacher und Buchverkäufer. Bleiben Sie unserem Podcast treu! www.input-verlag.de

von und mit Ralf Plenz

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