Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher
00:00:01: Herzlich Willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.
00:00:03: Mein Name ist Ralf Plenz, es ist der Sommer und wir wollen ein paar sehr erfolgreiche Folgen wiederholen die ihr möglicherweise einfach noch nicht gehört habt und ich starte mit der Folge zweihundert vierundzwanzig.
00:00:18: da geht es um Buchformat layout und Satzspiegel.
00:00:22: Ach ja dieses ist die Folge drehundertvierzig im Bereich wie Verlagebücher machen Teil zweihundert achtzig.
00:00:27: also jetzt was fachliches zu Buchformaten.
00:00:30: Es geht heute um das Thema Layout und Gestaltung.
00:00:33: Ja, und was ist das Layout eigentlich?
00:00:35: Das bezeichnet wörtlich das Auslegen und hin- und herschieben von Text- und Bildelementen bis es sich zu einem optimalem ganz zeitlichen Ergebnis ergänzen und unterstützen – und das Lay out besteht aus mehreren Stufen!
00:00:48: Da sind erstmal konzeptionelle Vorüberlegungen….
00:00:51: Was ist die Konzeption des Buches oder der Zeitschrift?
00:00:54: Wen wollen wir erreichen?
00:00:55: Wie wollen wir das machen?
00:00:56: Gibt es Vorbilder?
00:00:58: Zweite Themenaspekt, grobe Skizzen.
00:01:00: Das können Skrippel sein für die Größe und Anordnung den sogenannten Stand innerhalb der Seite.
00:01:05: also wo können Bilder stehen?
00:01:06: wie groß dürfen sie sein?
00:01:08: Wie ist mit dem Text zu verfahren?
00:01:09: wie ist es mit Überschriften zweiter dritter und vierter Ordnung?
00:01:12: dann probiert man in der Dritten Stufe aus mit Blindtexten oder mit realen Text aber wo man sagt so können mehrere Kapitel aussehen.
00:01:20: ja wenn man diese drei Stufen hat und sich entschieden hat so und so solls werden und sich wirklich sicher ist anhand von mehreren Probetexten, dann kommt das eigentliche exakte Layout mit dem Ha!
00:01:32: Ja letzte Folge gehört mehrfach vorher korrigierten Text.
00:01:36: Denn für die Seitengestaltung am Bildschirm braucht man exakte Angaben wo genau welches Text- und Bild-Element stehen soll.
00:01:42: Und dann darf am Text nicht mehr gearbeitet werden.
00:01:45: Ja vier Stufen also die ersten drei Stufen des Layouts und mit zunehmender Routine und Erfahrung überspringt man bei standardisierten Produktionen durchaus der Ersten beiden Stufen.
00:01:55: Da können wir nicht losgelöst von der Schriftauswahl und genauen Satzanweisungen arbeiten.
00:02:00: Nein, das geht nicht!
00:02:01: Diese Angaben sind notwendiger Bestandteil des Layouts unter ersten Seitengestaltung.
00:02:06: Bevor man sich für ein bestimmtes Schriftart und Größe für Zeilenlänge- und Zeilenabstand entscheidet muss man sich Gedanken machen und Entscheidungen treffen wie die fertig gestaltete Seite der Zeitschrift oder des Buches aussehen soll.
00:02:18: Layout-, Schriftwahl- und alle weiteren Satzangaben sind untrennbar miteinander verbunden.
00:02:24: Man macht das natürlich mit diesen Formaten, Absatzformate und Zeichen-Formate.
00:02:28: Das ist ein ganz eigenes Kapitel was wir heute nur andeuten.
00:02:32: Und eine der ersten Überlegungen zum Layout ist folgende.
00:02:37: Das sind diese fünf Ws.
00:02:38: Wem wollen Sie mit?
00:02:41: Das ist jetzt der Adressat gemeint.
00:02:43: Welcher Absicht?
00:02:44: Zum Beispiel informatorisch oder unterhaltend.
00:02:47: Drittes Weh welchen Inhalt?
00:02:49: Nämlich mit welchen Details.
00:02:51: Mit welchen Gestaltungsmitteln?
00:02:53: Welche Optik?
00:02:55: Was mitteilen.
00:02:56: Die Message, die Botschaft also die fünf Ws.
00:02:59: Wem wollen Sie mit welcher Absicht?
00:03:01: Welchen Inhalt?
00:03:02: Mit welchen Gestaltungsmitteln?
00:03:04: was mitteilend eigentliche Botschaften?
00:03:06: Diese fünf W-Fragen, diese fünf W's lohnt es sich als Notizzettel an den Pinnmann zu heften und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.
00:03:14: Wenn sie wegen ungeeigneter Mittel die Adressaten und Lesern nicht erreichen werden sie einen geringeren verlegerischen Erfolg haben als wenn sie alle Fragen für ein Produkt untereinander stimmig beantworten konnten.
00:03:26: Doch liegt hier nicht der alleinige Schlüssel zum verlegerschen Erfolg, es fließen auf viele Faktoren ein wie die Werbung, den Faktor in der Kalkulation und des Vertriebes, in das ein was dann letztlich das Gelingen ausmacht.
00:03:39: Wenn man jedoch für jedes seiner Produkte ein stimmiges Konzept und Antworten auf die Fragen der fünf Ws hat so hat man einen wichtigen Grundpfeiler des Verlagsgebäudes gebaut.
00:03:50: Nur in den wenigen Fällen, in denen man einen sehr bedeutenden Auto oder ein brennend interessantes Thema hat – sind die unpassende Vermittlungsformen zum Beispiel der Autongestaltung oder die dem Zielpublikum eigentlich nicht angemessene Sprache für den Erfolg nicht sonderlich hinderlich.
00:04:07: Doch auf solche Glücksfälle sollte man als Verleger nicht hoffen!
00:04:12: Bei der Grundüberlegung zum Layout einer Seite sollte man zunächst den Satzspiegel festlegen.
00:04:16: Das ist das Verhältnis der Breite zur Höhe, der bedruckten Fläche und natürlich auch der Seitenränder.
00:04:22: Da kommen wir gleich drauf.
00:04:23: Vom Papierformat ausgehend legt man erstmal den Rand links fest dann oberhalb und rechts unterhalb des Satzspiegels.
00:04:32: also man geht von der Mitte der rechten Seite zu oberen Seite zu äußeren Rand und zum unteren Rand.
00:04:38: Und die einfachste Lösung wäre es natürlich runter rum, einen gleichbreiten Rand zu lassen.
00:04:42: Aber das sieht gerade bei einem Buch wirklich sehr, sehr unelegant aus!
00:04:46: Es gibt typografische etliche Gesetze und viele Zeichnungen in welchem Verhältnis der Rand um den Satzspiegel herum aufgeteilt werden sollte.
00:04:53: Nimm mal wie nochmal die rechte Textseite.
00:04:55: so sollte beispielsweise das Verhältniß des der Buche Mitte zugewandten Randes zum oberen Rand, zum rechten und zum unteren Rand Das Verhältniss zwei zu drei zu vier zu sechs sein.
00:05:04: also Der mittlere Rand der Bundsteg Im Verfeld ist zwei Einheiten, oben drei Einheiten rechts außen vier Einheiten und unten sechs.
00:05:13: Das heißt der äußere Rand ist doppelt so breit wie der Bund und der untere rand ist doppelso breite wie die obere.
00:05:20: Ja und bei der linken Bußzeit ist das natürlich genau spiegelverkehrt.
00:05:23: Das ist völlig klar!
00:05:24: Es gibt Ausnahmen aber da möchte ich jetzt nicht darauf eingeben.
00:05:27: Übrigens hat es seinen Grund, warum man den unteren Rand und den äußeren Rand wesentlich breiter als in oberer und in innern Randwelt.
00:05:34: Die Hände welche das Buch halten sollten nämlich möglichst keinen Text verdecken.
00:05:39: die meisten Leser halten des Buch entweder unten in der Mitte fest oder links und rechts an den Seiten Und da sollte man kein Text abdecken mit dem Daumen oder Fingern.
00:05:48: Ein gutes Buch eine gut konzipierte Zeitschrift nehmen in ihrer layout Ästhetik auf diese praktischen Aspekte Rücksicht.
00:05:55: Ach ja, natürlich ist das innovativ wenn man ein völlig neues Verhältnis der Satzspiegel zum Papier wählt.
00:06:00: Aber wenn es die Lesbarkeit behindert – und ich habe etliche Male solche Bücher in der Hand gehalten – wird das Produkt nicht so gut angenommen weil sich der Leser während des Lesens ärgert!
00:06:10: Auch darf der Satspiegel nicht zu weit in den Bund also in die Buch miterutschen, weil man sonst das Buch zu weit aufklappen muss und hierbei die Leimung des Rückungs beschädigen kann….
00:06:20: Ja und ich würde Ihnen empfehlen schauen Sie mal an wie man Satspiegelränder nach dem goldenen Schnitt berechnet.
00:06:27: Ich kann das mal versuchen zu beschreiben, ohne Grafik geht es eigentlich kaum mein wegen.
00:06:31: man hat eine Satspielbreite von zehn Zentimeter und die Papierbreite ist dreizehnt Zentimeter.
00:06:36: Und dann hat man für linken und rechten Rand zusammen sechs Einheiten und die muss man so aufteilen dass auf die drei Zentimeter sechs einhalten.
00:06:44: Das heißt eine Einheit hat einen halben Zentimeter.
00:06:47: also halt der linke rand ein Zentimeter.
00:06:52: an diesem Beispiel vier Einheiten, das sind zwei Zentimeter.
00:06:55: Bei der Seitenhöhe des Buches, angenommen die hat neunzehn Komma fünf.
00:06:59: da der Ober- und der Untere Rand gemeinsam neuen Einheiten haben nämlich drei plus sechs und eine Einheit in diesem Beispiel auch wieder einen halben Zentimeter hat beträgt der obere Rand eins Komma Fünf unter untere Drei.
00:07:10: zusammen ergeben sich Kopf und Fußsteg Vier Komma fünfe Zentimeter.
00:07:13: bei einer Blatt Größe von Neunzehnt Komma five.
00:07:15: in der Höhe zieht man dann diese vier Kommafilm ab und hat eine Satz Spiegelhöhe von fünf Zehnt Meter.
00:07:21: Ja, bei vorgegebenen Buchformat und einem bestimmten Seitenverhältnis der Ränder- und Satzspiegel herum ergibt sich also erst nachträgliche Höhe des Satzspegels.
00:07:29: Tja jetzt kommen wir nochmal zum Thema Innovation!
00:07:31: Wenn man andersherum verfahren will – also zu einem festgelegten Satzspiegel und einem fest gelegten Randseitenverhältniss das entsprechende Buchvormat wählen will so kann es passieren dass ihre Druckkosten auf einmal sprunghaft steigen.
00:07:45: Denn wenn Ihr Buchformat sich nur mit viel Abfall, also Verschnitt in das Format des Druckbogens Acht, Zwölf, Sechzehn oder Zweiunddreißig mal einpassen lässt, kann man entsprechend weniger Seiten auf einen Bogen packen.
00:07:55: Weil der vielleicht ein Zentimeter zu hoch ist die Buchhöhe.
00:07:58: Dann braucht man also mehr Druckplatten und mehr Papier und das geht dann richtig ins Geld!
00:08:02: Man sollte die Druckformate optimal ausnutzen.
00:08:05: Ja und jetzt kommen wir zu meiner Buchreihe perlende Literatur, wer zwei drei Bände in der Hand gehabt hat und die Seiten mal nicht anschaut.
00:08:11: wie viele Seiten sind da drin?
00:08:13: meine Seitenzahl ist immer immer immer durch zweiunddreißig Teilbar das heißt immer ein ganzer Druckbogen.
00:08:19: ja und aus diesem Grund ist der umgekehrte Weg sinnvoller.
00:08:22: man sollte zuerst das buch oder Zeitschriften Format anhand der druckbogengrößen festlegen.
00:08:27: Wenn Zweiunddreißigseiten auf den Druckbogen passen, sollte die Seitenzahl durch zweiunddreißig.
00:08:31: Naja mindestens aber durch sechzehn Teilbar sein.
00:08:34: das wäre ein Halbbogen und dann errechnet man gemeinsam mit dem Drucker wie groß eine Seite maximal sein darf und wenige Millimeter Abweichungen in Richtung auf ein kleineres Format hin bedingen nur einen geringen Verschnitt.
00:08:46: Und in diesem Rahmen kann man das Seitenformat genau festlegen.
00:08:50: Ebenso das Verhältnis der Ränder und den Satzspiegel herum, die Seitenlänge des Satzspiegels... ...und dann ergeben sich alle anderen Render und die andere Satz-Spiegelzahl nehmen die linke Seite von ihnen selbst.
00:09:01: Wichtig ist auch die Entscheidung wo die Seitenzahl steht.
00:09:04: Üblicherweise steht sie im unteren Rand nämlich außerhalb des Satzespiegel wirklich außerhalb der Satz Spiegels entweder mittig oder am äußeren Rand.
00:09:12: Hierbei ist zu bedenken, dass die ungerade Seitenzahl, also die einst, drei und fünf immer einer rechten Seite zugeordnet sein sollte.
00:09:18: Die geraden Seitenzahl natürlich einer linken Seitenzahl.
00:09:21: Und wenn man diese Regel nicht befolgen will, dann verwirrt man nicht nur möglicherweise den Leser sondern mit aller größter Sicherheit den Drucker und vor allen Dingen den Buchbinder.
00:09:31: Jeder Drucker wird sie entschieden davor warnen.
00:09:33: es führt nur zu Chaos!
00:09:35: Wenn man Bild- oder Leerseiten hat eben nicht tatsächlich, sondern zumindest das gedachte Seitenzahlen die man oft außerhalb des fertig beschnittenen Buches anbringt.
00:09:46: Also im Beschnitt dann sollte man diese Seitenzahl wirklich immer dabei bleiben dass es auch eine rechte Seite immer ungrade ist.
00:09:54: Bei den grundsätzlichen Lauteüberlegungen und den ersten Skizzen in Scribbles sollte man bei Texten mit Bildanteilen bedenken ob diese in regelmäßigen Mustern an immer der gleichen Stelle wieder auftauchen sollen so dass der Leser ein einheitliches Erscheinungsbild erkennt.
00:10:08: Auch kann die Größe der Illustrationen auf ein einheitliches Format festgelegt werden, so wie die Präsentationsform beispielsweise eine Gedacht.
00:10:16: Eine Linie in immer der gleichen Strichstärke um jedes Bild herum oder eine Kopfzeile und ähnliches.
00:10:22: Und der Rhythmus zum Beispiel auf jeder zweiten Seite sollte rechts oben ein Bild stehen.
00:10:26: Dieses Muster muss nicht ganz starr sein sondern man kann durchaus zwei oder drei Muster entwerfen und je nach Erfordernis dann das geeignete auswählen Beispielsweise je eins für eine Textseite mit einem kleineren Bild, zwei kleineren oder einen großen Bild.
00:10:42: Jetzt kommen wir zum technischen.
00:10:44: Auf den verschiedenen Muster-Seiten des Layout-Programms kann man mit Hilfslinien oder farbigen Kästen die wichtigsten Elemente andeuten und nach der Gestaltung bzw vor dem ersten Laserdruck die Teile der Muster Seite entweder ausblenden oder löschen.
00:10:58: Den gleichen Effekt haben einmalig festgelegte Zahlen für Stand und Größe der Illustrationen.
00:11:04: Eine Einheitlichkeit im Layout anhand eines solchen Musters schafft beim Leser das Gefühl einer Komposition, die in sich stimmig ist.
00:11:12: Der Leser empfindet das Produkt als ästhetisch und nutzbringend.
00:11:15: Ja es gibt einige Regeln, die bestimmen wo sich die wichtigsten Elemente einer Seite – und das sind häufig eben die Illustrationen befinden sollten nämlich eher im oberen Teil und eher am äußeren Rand.
00:11:28: Natürlich sollten auch Überschriften nicht auf den letzten fünf Zeilen einer Seite unten stehen.
00:11:33: Es versteht sich von selbst, dass die Sattspiegel zwei danebeneinander liegenden Seiten oben und unten genau bündig als auf der gleichen Höhe abschließen.
00:11:41: Und das zwei Illustrationen auf gegenüberliegenden Seiten möglichst eine gedachte horizontale Linie gemeinsam haben sollten – entweder oben oder unten aufgehängt.
00:11:51: Ja, diese und noch zahlreich weitere Regeln findet man letztlich sehr gut versteckt in allen Produkten, die wir als besonders gekonnt- und ästhetisch empfinden.
00:12:00: Und man findet diese Regeln nicht alle unbedingt in einem Lehrbuch, denn die Lehrbücher haben viele Tipps.
00:12:05: Aber ob sie dann für ihr Projekt passen?
00:12:08: Da ist dann die Frage ja oder nein!
00:12:10: Mit möglichen Regeln für ein gutes Layout... Ja damit befassen wir uns dann halt später.
00:12:15: Der Podcast war heute ein klein wenig kürzer aber da hat natürlich viel Sprengstoff und Sie haben vielleicht sich gemerkt diese Vorüberlegungen zum Layout und die Musterseiten.
00:12:24: All das geschieht längst, längst bevor man überhaupt weiß wie viele Seiten das Buch haben wird und letztlich auch vielleicht sogar, wie groß es werden soll.
00:12:34: Wenn alles schon festgelegt ist und man macht das fünfte Buch der Reihe dann ist das nicht mehr so schwer.
00:12:39: aber vielleicht gibt's da auch ein paar Ausnahmen und da muss man sich anhand von ein paar neuen Musterseiten überlegen Wie gehen wir mit den Ausnahmen um?
00:12:46: Denn der Setzer- und Layouter sollte ganz klare Angaben kriegen was wo wie steht damit er keine Rückfragen hat und nicht improvisieren muss oder Dinge machen die sie hinterher nicht gut finden.
00:12:58: Dann kommen die Korrektoren, die halt sehr teuer werden können.
00:13:01: Herzlichen Dank fürs Zuhören!
00:13:04: Empfehlen Sie dem Podcast gerne weiter und vor allen Dingen hören sie auch mal ältere Folgen.
00:13:08: Nächste Woche gibt es die Folge dreihundertsechsundvierzig im Bereich wie Vorlage.
00:13:11: Bücher machen Teil zweihundert achtzig auf Wiederhören.