Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher
00:00:00: Herzlich willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.
00:00:03: Mein Name ist Reif Plenz, ich bin Autor und Sprecher.
00:00:06: Wir sind bei Folge dreieinhalbvierzig im Bereich wie Verlagebücher machen teils zweihundertzweihnachtzig.
00:00:11: Und wir haben zwei Retsensionen, zwei Rettsensionen zur Fachbüchern die ja beide aus dem gleichen Verlag sind und das wird spannend was dabei herauskommt.
00:00:22: Beide bücher sind Hardcover Bände aus dem gleichem Verlag Favoritenpresse aus Berlin.
00:00:29: Ich kenne den Gründer Bode von Hodenberg ein wenig.
00:00:32: Seit ein paar Jahren und finde es bewundernswert, welch gut ausgestatteten Bücher er seit mehreren Jahren macht.
00:00:39: Zu seinem Hintergrund war vorher Chef-Einkäufer des Großversands Fröhlich & Kaufmann.
00:00:46: Er ist einen Versand der rund fünfzig Millionen Umsatzmacht mit Bücher aus Restauflagen und speziell produzierten Büchern die besonders preiswert sind.
00:00:56: Mailingversand bis zu.
00:00:59: Man erhält fast jede Woche einen Prospekt oder natürlich Online-Bestellung.
00:01:04: Die haben damals den Versand, die ihr sicherlich auch kennt.
00:01:09: Also Bode von Hodenberg, Favoritenpresse... Das erste Buch ist von der Arturin Virginia Wolff.
00:01:16: Ach ja!
00:01:16: Die kennt man natürlich und von der in meiner Buchreihe Perlende Literatur der Band Sechzehn Orlando erschienen ist.
00:01:24: Das Buch heißt Wie soll man ein Buch lesen?
00:01:27: Das ist ein sehr programmatischer Titel.
00:01:29: Und es hat die ISB-N, neun, sieben, acht drei, neunein, sechs, acht vierneun, null, sechs sieben Null.
00:01:35: und das kostet fünfzehn Euro für einen Hardcover Buch.
00:01:38: sehr billig aber es ist ja ein dünnes Buch.
00:01:40: Es hat nur achten Vierzenseiten im handlichen Format von siebzehn mal siebzentimeter und es hat eine Fadenheftung ein sehr schönes Papier.
00:01:49: Der Bezug des Deckenbandes besteht aus einem sehr haltbaren Papier mit Leinenprägungen und einem Matlak als Schutz Jedoch ohne weitere Kaschierung oder Telefonierung, beides finde ich hervorragend.
00:02:00: Er ist genau wie der Buchblock im Innenteil durchgängig zweifarbig in dunkelgelb und schwarz gedruckt – was ein sehr schönes einheitliches Erscheinungsbild mit sich
00:02:10: bringt.".
00:02:11: Der Text von Virginia Wolff in der Übersetzung von Eric Eichinger liest dich sehr flüssig, spricht den Leser direkt an.
00:02:20: Ihr erster Rat besteht darin keinen Rat anzunehmen außer dem eigenen Instink zu folgen!
00:02:26: Das gefällt mir wunderbar, scheint jedoch die übernächsten Seiten überflüssig zu machen.
00:02:31: Sie spricht von der Sparsamkeit mit Ressourcen – gemeint ist die Zeit – und davon wie man sein Leseverhalten etwas besser
00:02:39: strukturiert.".
00:02:42: Die Autorin verweist selbstverständlich darauf das Bibliotheken Ordnung schaffen?
00:02:47: Und nicht nur das Wiederfinden erleichtern sondern das Strukturieren der Inhalte!
00:02:52: Sehr gut hat mir der Satz gefallen.
00:02:54: Bücher werden zu Komplizen.
00:02:57: Um es zu würdigen, wie schwer es ist ein Roman zu schreiben gibt sie den einfachen Tipp doch selber zu schreiben.
00:03:03: Und damit zu merken, wie schwierig es ist die absolut passenden Formulierungen und Spannungsbögen zu finden und diesen Stil dann auch noch beizubehalten – eine sehr einfache aber absolut wirkungsvolle Empfehlung!
00:03:18: Dennoch versucht Sie zu vermitteln gute von schlechten Büchern zu unterscheiden oder mittelgute von sehr brillanten Bücheren zu unterschen.
00:03:27: Sie empfiehlt, weiterhin öfter aus dem Fenster zu schauen, denn es im Müde ja doch Abfall zu lesen.
00:03:36: Weiterhin geht Virginia Wolff auf die Komplexität des Lesens ein und kommt zum Schluss.
00:03:41: Wir brauchen nur Bücher miteinander zu vergleichen – und zwar jedes mit den Besten seiner Art.
00:03:47: Welches das Beste ist findet man im Laufe von Jahren heraus und man stellt sich im Bücherschrank an eine besondere
00:03:53: Position.".
00:03:55: Dann vergleicht man andere gelesene Texte damit und entwickelt zunehmend einen eigenen Geschmack.
00:04:01: Das ist das Ziel ihres Texts der Lesermöge, einen eigenen geschmack entwickeln und ihn später verfeinern.
00:04:08: Ach ja!
00:04:08: Wie diese Verfeinerung des Geschmacks zu funktionieren hat überlässt sie natürlich dem Leser selbst – gibt aber wirklich gute Hinweise.
00:04:17: Gegen Ende kommt Sie darauf zu sprechen dass es doch eine besondere Fähigkeit der Einbildungskraft sei?
00:04:23: Die lesen fördere.
00:04:24: Je mehr man liest, desto besser wird die Einbildungskraft.
00:04:28: Der Schlusssatz lautet sinngemäß wenn jemand stirbt und vor den Allmächtigen tritt und dieser zu Petrus sagt – sie liebte es zu lesen!
00:04:38: Dann hätte man sein Lebensziel
00:04:40: erreicht.".
00:04:42: Noch einige Anmerkungen zu den durchgängig gelb-schwarzen Illustrationen der Südkoreanerin Yiyun Yu, die auf sehr angenehme Weise zeigt was die Autorin meint und es mit viel Humor so illustriert dass hier durch fast eine neue oder erweiterte Geschichte entsteht.
00:05:00: Das ist die große Kunst dieser vierzigjährigen Illustratorin, denen Mainz studiert hat und unter anderem für das Zeitmagazin Die New York Times und Esquire gearbeitet hat.
00:05:10: Mir hat dieses Buch ausgezeichnet gefallen, und obwohl die Autorin schon
00:05:14: u.a.,
00:05:15: tot ist sind ihre Texte sehr lesenswert?
00:05:18: Und aus diesem Essay ein komplettes Achtundvierzigseitenbuch zu machen dessen Titel – wie die Autoren besonders betont mit einem Fragezeichen endet – ist im Verleger sehr hoch anzurechnen!
00:05:30: Wie sollte man einen Buch
00:05:31: lesen?!
00:05:33: Meine Antwort in dem man dieses Jahr kauft und sich mit Virginia Wolves Anregungen und Argumenten auseinandersetzt….
00:05:40: Noch Fragen?
00:05:43: Nun kommt die zweite Rezension, ein Fachbuch.
00:05:45: Stefan Füßel das illustrierte Wörterbuch des Buches.
00:05:50: dreieinhalbfünfzigseiten im fast quadratischen Format von siebzehnmal zwanzig Zentimeter mit der ISPN neunseven acht drei neun sechs acht vier neun eins vier sechs zwei.
00:06:01: Das Buch ist auf einem Eins Komma Sieben fünffachem leicht gelblich weißen Werkdruckpapier zweifarbig gedruckt.
00:06:09: Die Schmuckfarbe ist eine Volltonfarbe, ein angenehmes mittelhelles Grün.
00:06:15: Zwar waren zweifarbig gedruckte Bücher bis in die Achtzigerjahre hinein üblich da sie die Schmückfarbe gezielt einsetzen – der Druck aber nicht zu teuer war wie vierfarbig gedruckter Exemplare.
00:06:26: Jedoch mit Aufkommen der Online-Druckereien und dem Preiswärterwerden des vierfarben Offset-Drucks ist dieses Verfahren nun nur noch sehr selten angewandt.
00:06:36: Es bietet sich dann an, wenn feine Linien und größere Flächen in dieser Schmuckfarbe angelegt sind die beim vierfarbigen Druck gerastet werden müssten.
00:06:44: Was hier entfällt?
00:06:46: Wenn man mit Foltonfarbe beispielsweise von Pantone oder anderen Herstellern drückt.
00:06:52: HKS wäre ein anderer Hersteller – ein großes Lob an den Verleger für diese Entscheidung!
00:06:57: Die vielen Illustrationen im Buch sind von verschiedenen Künstlern unter der Leitung von Jakob Hinrichs entstanden.
00:07:03: Sie sind anregend humorvoll und expressiv.
00:07:06: Jedoch, das muss ich einschränken sagen – sie erklären nicht immer den Begriff, den Sie visualisieren sollen.
00:07:13: Dazu nachher noch mehr!
00:07:16: Die Basis dieses Buches stammt aus dem Jahr nineteenhundertfünfzig von Helmut Hiller und wurde mehrfach von Prof.
00:07:22: Füssel, der in Mainz-Buchwissenschaften gelehrt hat, überarbeitet.
00:07:26: Ich kenne auch die Vorgängerversion, die mir immer sehr gut gefallen hat.
00:07:30: Diese hatten jedoch keine Illustrationen.
00:07:35: Zur Optik Der Satz ist in einer Serifenschrift zweispaltig gesetzt.
00:07:39: Die Spaltenbreite ist als sehr angenehm anzusehen, der Zeilenabstand könnte ein wenig größer sein.
00:07:44: Warum gelegentlich einzelne Worte gesperrt sind erklärt sich nur dadurch dass der Setze eine Fall zur Voreinstellung von InDesign gewählt hat denn man darf keine gemeinen Buchstaben also die Kleinbuchstaben.
00:07:55: die darf man niemals sperren.
00:07:57: was jedoch beim Layout-Programm InDesigns dann passieren kann wenn man es erlaubt?
00:08:02: Die Begriffe selbst sind in Versalien und Halbfett die Verweise einer kursiven Serifenlosenschrift.
00:08:09: Außerdem sind Verweise in Grün gedruckt, wir haben also drei Arten der Vorhebung bei den Verweisen Kursiv-, Serifenloß- und Druckfarbe.
00:08:18: Das sind zwei Auszeichnungen zu viel.
00:08:21: Dass sich Versalbegriffe etwas langsamer lesen lassen ist sicherlich gewollt auch wenn es mir persönlich nicht ganz so gut gefällt.
00:08:30: Die Substanz ist im Studiengang Buchwissenschaften geschuldet.
00:08:33: Selbst als Fachmann entdeckt man einige spannende Dinge, die man vorher nicht wusste.
00:08:39: Manche Begriffe sind ein wenig veraltet was jedoch meist dabei auch wirklich angemerkt wird.
00:08:45: Einen Andruck macht man heutzutage nicht mehr auf einer Auflagenmaschine.
00:08:49: Da helfen digitale Techniken viel preiswerter und viel schneller weiter Und sind exakt so gut wie der damalige sehr teure Andruck.
00:08:58: Die Ausführungen zu den Anführungsstrichen haben eine recht gute Illustration, sind aber viel zu kurz gegriffen.
00:09:04: Denn es gibt neben den erwähnten drei Anführungstrichen noch andere und diese wurden nicht bezeichnet und es wurde keine Empfehlung abgegeben was ich als Mediengestalter sehr schade finde.
00:09:16: Sehr schön sind die Anmerkungen zum China-Papier, zum Begriff des Durchschusses ebenfalls.
00:09:22: Letzteres hat eine sehr nette Grafik.
00:09:24: Betrachtet man die Definition des Durchschusses genauer, fehlen mir die Angaben wie viel der Durchschuß sein sollte.
00:09:30: Also eine Empfehlung beispielsweise Schriftgröße elf mit vier Punkt Durchschüss ergibt einen Zeilenabstand von fünfzehn Punkt.
00:09:38: Das mittlerweile Entsektor bedienen kaum noch in Papierform erscheinen und weitgehend durch digitale Inhalte abgelöst sind ist bekannt und wird auch im Wörterbuch vermerkt.
00:09:49: Dennoch widmet sich der Autor diesem Begriff eine ganze Spalte Was sicherlich dem historischen Hintergrund der großen Bedeutsamkeit von damaligen Enzyklopädien geschuldet ist.
00:10:00: Gelernt habe ich etwas bei den Begriff Narbel, denn es bezeichnet eine künstlich hergestellte Oberfläche – von Leder oder einer realen Oberflächen?
00:10:11: Das wird Sitte sehr detailliert beschrieben was mich freut!
00:10:14: Auch der Begriff Neumen war mir nicht bekannt.
00:10:21: Sehr schön finde ich es, dass die Mainz am Minipressenmesse als Buchdruck-Kunstfachmesse hervorgeoben wird.
00:10:27: Andere vergleichbare Messen wie die Buchdruckskunst in Hamburg oder die Schweizer Messe in neuen Felde werden jedoch nicht erwähnt.
00:10:34: Bei den biografischen Gesellschaften gibt es auch sehr hilfreiche Anmerkungen.
00:10:38: Jedoch werden hier keine deutschen Gesellschaft erwähnten wozu beispielsweise die Pirkeheimer Gesellschaft gehört.
00:10:45: Der letzte Begriff, der mir neu war ist die Tragweite.
00:10:48: Sie bezeichnet das Maß in dem Papier sich unter Feuchtigkeitseinfluss und unter Bearbeitungseinflüssen dehnt oder zusammenzieht.
00:10:57: Ja ich weiß es ist leicht fehlendes zu kritisieren und überflüssiges als veraltet anzugeben.
00:11:02: Es ist ein Buch zu rezentrieren auf einem sehr hohen Niveau.
00:11:06: Das Buch gefällt mir ausgezeichnet Und Ich kann es sehr zum Lesen empfehlen.
00:11:11: Es ist hervorragend, dass ein breites Lesepublikum durch die sehr schöne Optik des Buches – das Hardcover-Bandes.
00:11:18: Der mit ca.
00:11:19: € zu dem noch sehr preiswert ist an das Thema Buch herangeführt wird.
00:11:25: Was hat mir nicht gefallen?
00:11:26: Die Verwendung eines Fünffachenvolumens bringt es mit sich, dass das Buch zwar relativ leicht ist aber mit vier Zentimeter auch sehr dick.
00:11:35: würde man ein anderes Papier verwenden, käme man möglicherweise sogar auf weniger als zwei Zentimeter Dicke bei dreieinhalbfünfzig Seiten.
00:11:43: Ach wie komme ich da drauf?
00:11:45: Nun ich habe im Jahr Zwei-Tausendzwei ein vergleichbares Lexikon selbst gestaltet und gedruckt was ich euch bereits mehrfach empfohlen habe.
00:11:52: es heißt Verlag-Lexikon hat bei vierhundert Seiten nur zweikommer eins Zentimeter dicke also mehr Seiten und nur halb so dick.
00:12:01: Ich bin also etwas befangen.
00:12:03: Möchte jedoch dieses Wartebuch des Buches jedem empfehlen, der mit Verlagen zusammenarbeitet?
00:12:08: Der gestaltet?
00:12:09: Wer als Dienstleister tätig ist oder ähnliches denn die Fachbegriffe sind schlicht und einfach unersetzlich!
00:12:16: Man muss sie kennen und richtig einsetzen.
00:12:19: Ich habe noch eine sehr persönliche Anmerkung zu den Illustrationen.
00:12:23: Ich habe in den Ninzehundert neunziger Jahren einen Vorläufer meines Verlags Lexikons im Rahmen des Verlagshandbuchs hergestellt und hatte dort weit über hundert vierfarbige Illustration, die meine Studenten hergestellt haben.
00:12:36: Jede dieser Illustration hat erleuterte Begriffe integriert – und konnte den Begriff wirklich verständlich machen!
00:12:43: Während in diesem Buch der Illustration ein optisches Beiwerk sind Was hier nicht in jedem Fall in Anspruch hat, jeden Begriff auch wirklich durch die Illustration zu erklären.
00:12:52: Würde es in einigen Jahren eine weitere Auflage geben würde ich diese Illustration dem Verleger der Favoritenpresse gern zur Verfügung stellen?
00:13:00: Ich weiß das ist ja man auf hohem Niveau aber es zeigt die Richtung in die ein solches Werk weiterentwickelt werden könnte.
00:13:08: Versteht mich nicht falsch!
00:13:09: Ich empfehle das Wörterbuch des Buches aus der Favorittenpresse sehr gerne denn es ist wirklich gelungen.
00:13:17: Nächste Woche, da gibt es im Podcast Nummer threehundvierzig im Bereich wie Verlage Bücher machen.
00:13:23: Teil zweihundertdreihnachtzig.
00:13:25: Ich beginne eine fünfteilige Lesung aus Jonathan Swift, Gullifas Reisen, Teil drei und vier.
00:13:33: Das ist eine der Neuerscheinungen aus dem Input-Verlag hat zweieinhalbzechstenfünfzig Seiten und kostet Und von Jonathan Zwift hat man sicherlich einiges gelesen.
00:13:45: und Gulliver eins und zwei sind ziemlich bekannt.
00:13:48: Das Land der Lilliputane, das Land der Riesen aber Band drei in vier die sind nicht so bekannt und deswegen werde ich daraus einige Folgen lesen.
00:13:56: Für heute herzlichen Dank fürs Zuhören.
00:13:58: empfehlt dem Podcast gerne weiter.
00:14:00: kommt gut durch diese Woche und Ich wünsche euch alles Gute auf Wiederhören aus Hamburg.
00:14:05: Grüß ganz herzlich Ralph Plants euer Büchermacher.