Der Büchermacher

Der Büchermacher

Wöchentliches über Büchermacher und aktuelle Bücher

Transkript

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00:00:01: Herzlich Willkommen zu unserem Podcast der Büchermacher.

00:00:03: Mein Name ist Ralf Plent, ich bin der Sprecher.

00:00:06: Wir sind bei Folge threehundertzwundvierzig im Bereich wie Verlagebüchermahrental zweihundertachtzig.

00:00:12: Folge fünf und fünf Lesung aus dem Buch Jan Schischold Erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie Neuerscheinungen im Inputverlag.

00:00:21: Jan Schicholt hat Regeln aufgestellt.

00:00:24: die ersten sieben haben Sie in der letzten Folge gehört.

00:00:26: gerne nochmal nachhören Die nächsten folgen jetzt.

00:00:31: Achte Regel.

00:00:32: Unsymmetrischer Satz ist nicht besser als symmetrischer, er ist nur anders.

00:00:37: Es gibt elenden unsymmetrischen und vollendeten Mittelachsensatz wie es Aufgaben gibt die für symmetrische Satz ungeeignet sind während andere symmetrisch besser als unsymmetrisch gelöst werden können.

00:00:50: Unsymmetrischer Satz is wieder leichter noch geht er schneller.

00:00:54: Guter Satz das eine Folge disziplinärter Arbeit Nicht bloß ein Resultat möglichst einfacher Handgriffe.

00:01:00: Beide Satzweisen erfordern sorgfältige Planungen, je weniger gerade man benutzt desto besser wird die Arbeit werden.

00:01:09: Das bezieht sich natürlich auf den Bleisatz und auch auf den Fotosatz.

00:01:12: Und dennoch obwohl es am Computer so sehr schnell und leicht zu gehen scheint Schischold hat recht Man muss sich eigentlich jede Zeile genau angucken ob sie wirklich so funktioniert.

00:01:23: Es geht weiter im Text.

00:01:24: Im allgemeinen gilt das symmetrische Satz in Büchern vorgezogen wird während unsymmetrisch er im Akzidenz oder bei Inseraten vorkommt.

00:01:33: Die richtige Wahl hängt auch von der Formulierung des Manuskriptes ab.

00:01:37: Inserate, im Sinn amerikanischer Anzeigen werden meist besser asymmetrisch angeordnet.

00:01:41: Bloße Aufzählung und dem Text nach Visitenkartenartige Inserat eignen sich besser für Mittelachsensatz.

00:01:50: Schließlich muss man auch immer den Zweck der Drucksache im Auge haben.

00:01:54: Eine gute unsymmetrische Anordnung kann intensiver wirken, während diese metrische repräsentative aussieht.

00:02:01: Man kann aber nur von Fall zu fall entscheiden was besser ist.

00:02:04: Beide Satzweisen sind wertvoll!

00:02:06: Sie müssen aber sinnvoll angewendet werden – die eigentliche Schönheit des Satzes ist eine weit höhere Kategorie.

00:02:15: Regel Nummer neun Der Satz muss gegliedert sein.

00:02:19: Drei Gruppen sind als die beste Anzahl anzusehen.

00:02:23: Niemand studiert gerne eine unübersichtliche Fülle, wie er auch einen zu lang scheinenden Glattensatz nur ungern liest.

00:02:30: Solcher Abneigung und Träker des Lesers muss der Setzer geschickt zu begegnen wissen.

00:02:36: Die Gefahr der Monotonie ist in normalen Arbeiten geringer als die Erste.

00:02:41: Und sie ist auch leichter damit zu vermeiden dass man in einem längeren glatten Satz eine oder zwei optische Störungen Blindzeilen oder andere Ruhepunkte einbaut.

00:02:52: Aber auch der Gefahr mangelnder Übersichtlichkeit ist mit entschiedener Gruppenbildung leicht zu begegnen.

00:02:58: Wir sind nicht im Stande mehr als drei Dinge zugleich zu erfassen.

00:03:02: Vier erscheinen uns als unübersichtliche Anhäufung, wir müssen dann zählen.

00:03:08: Daher die Drei-Gruppenregel Aus vier Gruppen macht man drei indem zwei enger Zueinandergehörige zu einer einzigen jedoch in sich gegliederten zusammenfasst.

00:03:20: Die traditionelle Typografie versucht eine Einheit der Gestaltung durch Zentrierung und durch axiale Bindung zu erreichen, die einzelnen Teile sollen in der Arbeit miteinander verschmolzen werden.

00:03:32: Die unsymmetrische Typographie versucht einen Klang durch deutliche Kontrastierung der Farbwerte unter Bewegungen zu erreichen.

00:03:42: Jede einzelne Teil der Gesamtkomposition wird deutlich vom anderen geschieden.

00:03:47: Gehen in der traditionellen Typografie die Teile mehr oder weniger ineinander über, so sind sie in der asymmetrischen Scharf umrissen und voneinander getrennt.

00:03:58: Regel Nummer zehn Die räumliche Stellung aller Teile zumal der Hauptzeilen muss wohl überlegt sein.

00:04:06: Wenn wir eine Blumenwase in die Mitte eines Tischestells wird niemand etwas Besonderes dabei finden.

00:04:12: Stellen wir Sie aber auf einer anderen Stelle des Tisches, so beginnen wir zu urteilen.

00:04:17: Sicher gibt es da bessere und schlechtere Plätze für die Vase.

00:04:21: Wo sie sich am schönsten ausnimmt, ist von der Größe und Form der Vase und der Blumen abhängig und wird von einem geübten Gefühl bestimmt.

00:04:32: Auch in der Typografie genügt es keineswegs eine Zeile aus der selbstverständlichen neutralen Mitte herauszunehmen und sie irgendwie unsymmetrisch zu stellen.

00:04:42: Auch hier betrachten wir die neue Situation kritisch Und empfinden mindestens krasse Verfehlungen.

00:04:50: Jetzt kommen ein paar Abbildungen, so zeigen die beiden oberen Beispiele die traditionelle und eine missglückte Stellung einer Zeile in der Papierfläche.

00:05:00: Das dritte Beispiel ist unkonventionell aber gut.

00:05:02: Die entstehenden Ränder- und Intervalle sollten stets deutlich verschieden sein wenn eine gute asymmetrische Form entstehen soll.

00:05:11: Es kommt wieder ein Beispiel falsch und richtig.

00:05:14: Stellen wir die Zeile so, dass zwei Ränder gleich sind.

00:05:17: So ist die Wirkung längst nicht so gut wie in der richtigen Lösung wo eben der rechte Rand ein bisschen kleiner ist als der untere.

00:05:25: Die Buchseite deren weiße Render gleich breit sind wirkt ebenso schlecht.

00:05:31: Es kommt jetzt zum Beispiel eines Inserates was gestaltet wurde wie man es typischerweise damals im Zeitung gelesen hat und dann derselbe Text wie man ihn heute setzen sollte.

00:05:42: Zweites Beispiel mit der Bildlegende.

00:05:44: Vom Umschlag einer kleinen Mappe zur Aufnahme von Prospekten, drei Schriftarten in verschiedenen Graden in vier Zeilen dazu die wortzerstörende Sperrung in zwei Zeilen Die dritte Zeile dagegen ganz eng gesetzt und daher ebenfalls schlecht leserlich.

00:05:59: Der Schriftstil der Hauptzeile passt nicht zu den anderen Zeilen.

00:06:02: das O ist so klein der Strich darunter veraltet als eine absolute Abwertung des Beispels.

00:06:09: Wir haben uns hier mit einer verhältnismäßig einfachen Aufgabe auseinandergesetzt.

00:06:15: Schwieriger ist die Anordnung eines längeren aus verschiedenen Teilen bestehenden Schriftsatzes, für einen solchen lassen sich aber außer den Regeln über Gratbeschränkung und Gruppenbildung kaum verbindliche Regeln geben.

00:06:27: Hier beginnt die schöpferische Arbeit.

00:06:31: Zur Kontrastbildung und Verfeinerung der Arbeit dienen auch die verschiedenen Linien-Sorten besonders die Feinen.

00:06:39: Und dann hatte ich jetzt wieder ein Beispiel, das man eigentlich nicht beschreiben kann.

00:06:45: Er geht jetzt nochmal auf die feinen Linien ein.

00:06:47: Sie sind geeignet die Wirkung der immer etwas unruhigen Schrift durch ihre Glätte und Strafheiten zu erhöhen.

00:06:53: Je sparsamer derartige Zutaten gebraucht werden umso schöner und besser ist die Typografie.

00:07:00: Also es geht nicht nur um die Stärke der Linien sondern auch ob die Linie in der Mitte vielleicht ein bisschen dicker ist oder ob sie besonder halten hat.

00:07:08: Die Gruppen verschiedenen Inhalts sollten auch einen anderen Umriss und eine andere Erscheinung bieten, damit Vielfalt- und Abwechslung erreicht wird.

00:07:16: Daher vermeidet man möglichst doppeltes Erscheinen von gleich vielen Zeilen enthaltenen Gruppen.

00:07:21: Auf langen Zeilen lässt man ausgesprochen kurze Folgen usw.

00:07:27: Bemühungen dieser Art stehen zugleich im Dienst der Kontrastbildung eines wichtigen Kunstmittels.

00:07:34: Sowohl die langweilige Vier-Eckform, wie eine stark zerrissene Gesamtwirkung müssen vermieden werden.

00:07:39: Darüber hinaus kann man jedoch schwer Regeln geben.

00:07:44: Anmerkung von mir als Sprecher zum Thema Buchsatz gibt es noch andere Bücher von Jan Schischold und anderen Typografen.

00:07:50: da geht's dann sehr ins Detail und da muss man sich sehr intensiv mit beschäftigen.

00:07:55: in diesem kleinen Büchlein das nennt sich ja eine Fiebel für jedermann hat er nur insgesamt dreizehn Regeln explizit ausführlich besprochen.

00:08:05: In gleich alle Regeln für den Buchsatz auch gelten.

00:08:09: Regel Nummer elf, die Proportionen der verwendeten Schriftgrade müssen schön und deutlich sein!

00:08:15: Die gerade selbst werden durch den Inner des Manuskriptes dazu aber auch durch ästhetische Erwägungen bestimmt.

00:08:21: Jeder Schriftgrad bildet mit einem anderen aus der gleichen Schrift einen Größenverhältnis – eine Proportion.

00:08:28: Auch hier muss man deutlich abstufen.

00:08:31: Nachbargrößen unter oder nebeneinander wirken meist unbestimmt und undeutlich.

00:08:38: Anmerkung von mehr Sprecher, also der Unterschied von zehn auf elf Punkt oder von neun auf zehn Punkt den sieht man fast nicht.

00:08:45: Regel Nummer zwölf.

00:08:46: An der Grundschrift muss man festhalten!

00:08:49: Man darf nicht alle möglichen Schriftarten in der gleichen Arbeit verwenden.

00:08:54: Geht man zum Beispiel von der Bodoni aus?

00:08:56: So muss von besonderen Auszeichnungen abgesehen Er verweist jetzt auf Regel Nummer drei, die gleich kommt.

00:09:01: Die ganze Arbeit daraus gesetzt werden.

00:09:04: Es wäre hässlich dann zur Auszeichnung Garamon oder überhaupt eine andere Antiquad zu nehmen.

00:09:10: Vor der endgültigen Wahl der Schrift muss man feststellen ob alle benötigten gerade auch vorhanden sind.

00:09:16: Das bezieht sich natürlich auf den Bleisatz.

00:09:18: Besser ist eine einheitliche Arbeit aus einer einzigen nicht ganz neuen Schrift als eine andere aus zwei verschiedenen modernen Schriften.

00:09:27: die zu einer Grundschrift gehörende Kursive und ihre Halbfette sind nicht als einander fremd anzusehen.

00:09:34: Aus sowohl technischen wie ästhetischen Gründen zeichnet man in ihrer Zeile normalerweise nur mit dem gleichen Grad, also der gleiche Größe, der Kursiv, der halbfetten oder fetten aus.

00:09:46: Also man wechselt nicht mal wegen von zehn Punkt auf elf Punkt oder auf eine andere Schrift sondern man hat nur innerhalb der Schrift Familie die gewöhnliche, die kursive, die halb fette oder die fette.

00:09:57: Ich muss ergänzen Man könnte auch Kapitälchen noch nehmen.

00:10:01: Dazu kommt Jan Schischold später, das wird in diesem Podcast nicht mehr ausgeführt.

00:10:06: Regel Nr.

00:10:07: XIII Bei Schriftmischungen muss man auf einen wirksamen doch passenden Kontrast bedacht sein und die Fremdeschrift so selten wie möglich in kleineren Arbeiten möglichst nur in einer Zeile anbringen – also Fremdeschrift!

00:10:20: Diese Möglichkeit, die über die bisher erwähnte Zusammenstellung verschiedener Abarten der gleichen Schrift hinausgeht betrifft die Wahl abweichender Titelschriften, etwa von Ägyptien als Titelsschrift zur Antikwa oder von Fetterantikwaf zur Kursiv- oder Gurtischen Schrift zur Medievahl.

00:10:39: Hier wird der reine Helligkeitskontrast durch den Kontrast der Einzelform bereichert.

00:10:45: So reizvoll diese Mischung sein können muss man doch vorsichtig mit ihnen umgehen.

00:10:50: Niemals sollte mehr als eine Schrift neben der in mehreren geraden erscheinenden Grundschrift angewandt

00:10:55: werden.".

00:10:56: Ich glaube, ich habe vorhin gesagt es sind dreizehn Regeln und ich habe mich vertan.

00:10:59: Es sind vierzehn.

00:11:01: Die zweite Farbe sollen nur sparsam gebraucht werden.

00:11:04: Je seltener die bunte Farbe auftritt desto intensiver wirkt sie.

00:11:08: Man liebt heute kräftige Kontraste als frühere Zeiten und benutzt nicht selten reine Farben.

00:11:14: Früher zog man verwandte- und gebrochene Farben vor.

00:11:17: Niemand glaubt dass dies darum veraltet sei.

00:11:20: Das zwei kontrastierende Farben gleichwohl eine Harmonie bilden sollen, versteht sich von selbst.

00:11:27: Sinn für Farben und Farbwahl erhält man nur durch Übung – das Studium moderner Malerei oder von Malerei überhaupt weckt und bildet den

00:11:37: Farbsinn.".

00:11:39: Damit ist der Text von Jan Schischolt für heute beendet.

00:11:42: Wir haben Folge fünf von fünf.

00:11:43: Ich möchte noch ergänzen wenn wir heutzutage schriftfarbig gestalten wird diese typischerweise in die vier Druckfarben zerlegt.

00:11:51: Das heißt aber bei kleineren Schriftgraden die Schriften müssen gerastet werden, das ist überhaupt nicht schön.

00:11:57: Das heisst wenn man eine zweite Farbe ansetzt muss man im Grunde genommen auf den Vierfabdruck verzichten sondern will sagen wir drucken eine farbe und eine schmuckfarbe dann muss man sehr genau gucken welche Druckerei das überhaupt will und kann Eine zweite farbe als Foltonfarbe anzusetzen für besondere hervorhebungen.

00:12:18: Technisch ist das natürlich sehr einfach.

00:12:20: Man kann auf zwei Farbenmaschinen drucken oder man schaltet das Farbwerk III und IV aus, aber die Druckplatten müssen so hergestellt werden, dass die zweite Schrift nicht gerastet wird, sondern ungerastet als Volltonfarbe, in der sie angelegt ist auch auf der Druckplatte erscheint.

00:12:40: Das war's soweit!

00:12:43: Wir haben die Folge fünf von Fünf.

00:12:45: Janschi schult erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie, ein Buch für vierundzwanzig Euro aus dem Input-Verlag Die ESPN.

00:12:51: neunseven acht drei neun vier eins neun neun fünf sieben drei drei.

00:12:55: Das Buch kostet vierund zwanzig euro in jeder Buchanlage oder über meinen Webshop Erreichbar www.input-verlag.de.

00:13:03: Nächste Woche gibt es die Folge der Büchermacher Nummer dreihundertdreiundvierzig im Bereich, wie Verlage Bücher machen Teil zweihunderteinundachtzig.

00:13:13: Und lassen Sie sich überraschen was dann kommt?

00:13:16: Empfehlen Sie diesen Podcast gerne weiter!

00:13:18: Kommen sie gut durch diese Woche auf Wiederhören, sagte Ralf Pläns aus Hamburg, Ihr Büchernacher.

Über diesen Podcast

In diesem wöchentlichen Podcast, einer Hörsendung des Hamburger Autors Ralf Plenz, erhält man einen Einblick in die Welt der Autoren, Lektoren, Gestalter, Büchermacher und Buchverkäufer. Bleiben Sie unserem Podcast treu! www.input-verlag.de

von und mit Ralf Plenz

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